Ostküste der USA in 21 Tagen

Unsere dreiwöchige Rundreise an der Ostküste der USA, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Kein Wunder, denn 2.800 Meilen (4.500 km) wollen gefahren, 12 Bundesstaaten besucht und in 12 Hotels übernachtet werden.

Ostküste USA in 21 Tagen mit dem Auto

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Freitag (Tag 1): Frankfurt – Newark Flug und Ankunft in New York

Mit der Lufthansa ging es in 8,5 Stunden von Frankfurt über den großen Teich nach New York, bzw. genauer gesagt nach Newark. Nach der Ankunft am Flughafen Newark, einem der drei Flughäfen für New York mussten wir zunächst die etwas rüde Grenzkontrolle passieren, der Zollbeamte fragte im Kasernenton was wir in den USA vorhätten. Bei der Grenzkontrolle werden übrigens alle 10 Fingerabdrücke gescannt, die USA nehmen Sicherheit sehr Ernst. Der Transfer vom Newark Airport dauerte etwa eine Stunde durch den dichten New Yorker Verkehr zu unserem Hotel Glidhall im Financial District von Manhattan. Das Taxi kann man als antike amerikanische Limousine bezeichnen, der Fahrer mit Rasta-Zöpfen hatte einen recht temperamentvollen Fahrstil der in Kombination mit dem in die Jahre gekommen Wagen unser erstes kleines Abenteuer in den USA darstellte, denn die Federung des Wagens war so ausgeleiert, dass wir bei jedem Gullideckel in einer Kurve dachten wir landen auf der Nachbarspur 😉

Nach dem Check In im Hotel haben wir noch einen kleinen Spaziergang durch den Financial District zur Brooklyn Bridge gemacht, die imposante Brücke verbindet Manhattan mit Brooklyn. Allein der Stadtteil Brooklyn beherbergt 2,5 Millionen Menschen (also 2,5 Mal die Einwohner von Köln).

Brooklyn Bridge New York

Samstag (Tag 2): New York erkunden

Frühstück im Whole Foods Market (gehört seit kurzem zum Amazon-Konzern), tolle Smoothies, frisch gepresste Säfte, Unmengen an Gebäck, auch warme Speisen am Büffet.

Nach dem Frühstück Start der Big Bus Tour mit dem 24 Stunden Ticket.

Big Bus New York
Big Bus New York

Leider ist Big Bus nicht zu empfehlen, weil der Kontrolleur uns beim Fahrtantritt keine Tickets gedruckt hat haben wir nach 45 Minuten in der Schlange vom Empire State Building gesagt bekommen, dass mit dem Online-Ticket auf dem Iphone kein Eintritt möglich ist, noch zum Big Bus Welcome Center zu laufen und uns neu anszustellen dafür war weder Zeit noch Nerven vorhanden, weil wir mit diesem Ticket auch noch zur Statue of Liberty fahren durften, auch hier sollten vor dem Fährgebäude im Battery Park die Mitarbeiter von Big Bus ein Ticket drucken, aber es waren keine auffindbar am späten Nachmittag, den gesamten Tag in New York und vor allem am Times Square wurde man ständig belästigt ob man nicht ein Ticket kaufen möchte, wir haben 178€ bezahlt für vielleicht 1,5 Stunden Busfahrt, das Empire State Building konnten wir nicht besuchen, für die Fähre zur Statue of Liberty haben wir dann regulär für 18 $ pro Person Tickets kaufen müssen, der Onlinekauf der Tickets mit Big Bus ist nicht empfehlenswert, nie wieder, das wäre auch online einfacher und besser zu machen, einfach per email die Tickets für das Hop-on-hop off, die Eintrittskarte für das Empire Building und die Fähre zur Statue und Ellis island und gut wäre es. Auch die Warteschlangen vor den Bussen und die Busse waren sehr überfüllt, bei den Mengen an verkauften Tickets muss ich als Anbieter eben ein paar mehr Busse einsetzen. Auch kann ich nicht den Kunden durch Bürokratie vom Nutzen der Busse abhalten indem ich darauf spekuliere, dass er von den 24 Stunden 2 Stunden in der Schlange steht, beim Tausch von Onlinetickets in gedruckte Eintrittskarten auch nochmal 2 Stunden verliert und dann irgendwann genervt aufgibt. Unsere Lehre aus der Sache ist es keine Tickets mehr online zu kaufen, sondern nur noch vor Ort und dort auch gleich abzuklären, ob die ausgehändigten Tickets auch zum Eintritt berechtigen was eigentlich eine absolute Selbstverständlichkeit sein sollte. Vor Ort kaufen, gleich die Tickets für die inkludierten Sightseeing Orte aushändigen lassen und am besten auch die letzten Einlasszeiten, denn nur dann kann man so planen, dass das investierte Geld auch genutzt werden kann. Wir haben dann in Washington auch bewusst Big Bus gemieden und uns für einen anderen Anbieter entschieden, der was nicht verwunderlich ist auch besser Google Bewertungen hatte.

Das One World Trade Center (links) ist das höchste Hochhaus der westlichen Hemisphäre und der USA, es wurde auf dem Ground Zero gebaut und ist mehr als 500 m hoch.

one world trade center new york
one world trade center new york

Das 9/11 Memorial ist die Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11.09.2001.

9/11 Memorial New York
9/11 Memorial New York

Natürlich auch dem Times Square abgestattet, es ist ultra bunt, komplett überlaufen, viele „Künstler“ und Überlebenskünstler, ein nackter Sänger hat mehr durch seinen Körperbau als durch seine Gesangskünste begeistert 😉

Insgesamt ist New York sehr laut, die Häuserschluchten sind extrem hoch, die Abstände zwischen den Straßen häufig sehr gering, die hunderten von Klimaanlagen erzeugen auch morgens um 6 am Sonntag einen respektablen Grundpegel. Da es häufig keine Müllcontainer wie in Deutschland gibt, sondern der Müll in Säcken auf der Straße liegt ist auch ein gewisser Gestank nicht vermeidbar, auch die Abluft der vielen Hochhäuser und Metrostationen trägt nicht unbedingt zur Verbesserung der Luft bei. Durch die Höhe der Häuser ist es unten auf dem Bürgersteig extrem dunkel, auch an sonnigen Tagen, da jeder Quadratmeter Millionen wert ist in dieser Stadt gibt es zumindest in Manhattan wenig bis keine Straßencafes oder Restaurants wie es bspw. Boston so hat und auch vor allem in den Sommermonaten sehr attraktiv macht und ein südliches Flair ausstrahlt.

New York
New York

Was auch auffällt ist, dass die Häuser durch die absolute Dichte an Hochhäusern und die sehr enge Bebauung nicht mehr so imposant wirken wie es in Städten wie Frankfurt der Fall ist. Wenn ich an der Alten Oper stehe und Richtung Deutsche Bank oder Helaba Hochhäuser schaue dann wirken diese wirklich imposant, auch wenn die Alte Oper auch schon ein nicht gerade kleiner Bau ist, aber die offene Fläche durch den Platz vor der alten Oper lassen die Skyline besser wirken. New York ist schon faszinierend und so auch sicher einmalig, auch die schiere Größe und Fläche dieser Metropole beeindrucken, allein der Stadtteil Brooklyn hat wie gesagt 2,5 Mio Einwohner, also mehr als 4 Mal Frankfurt.

New York
New York

Sehr enttäuscht waren wir über die New Yorker, natürlich nicht alle, aber doch auffallend viele legten ein Verhalten von vorsichtig gesprochen neutral bis deutlich unfreundlich.

Es begann mit der Ankunft in Newark (ok, das sind vielleicht keine New Yorker), die Grenzbeamten waren sehr rüde, die Kontrolle war schlecht organisiert und sehr langwierig. Die Kontrolle fühlt sich an als ob man Mr. Trump einen Besuch abstatten wollte und nicht als Tourist kommt, der viele Tausend $ im Land lässt um America wieder great again zu machen 😉.

Auch der Taxifahrer hat trotz eines ordentlichen Trinkgelds kein Danke oder „have a nice day“ rausbekommen obwohl die Fahrt mit 110$ eine für Taxifahrer angenehme Langstrecke war. Nachdem ich dann gegoogelt hatte, ob wir einfach nur eine miese Ausstrahlung hatten war ich beruhigt zu erfahren, dass die Leser von Travel & Leisure New York auf Platz 1 der unfreundlichsten Städte gesetzt haben. Vielleicht ist diese Stadt einfach zu busy, es dringt zu wenig Sonnenlicht in die Häuserschluchten, es ist zu laut und es ist viel zu teuer um hier gut gelaunt durchs Leben zu gehen. Für ein gutes Leben in New York sollte man meiner vorsichtigen Schätzung nach nicht weniger als 5.000$ netto zur Verfügung haben, die Mieten sind vor allem in Manhattan jenseits von gut und böse. Aber es gibt sie auch die netten New Yorker, vielleicht sind sie auch noch nicht lange in New York oder sie arbeiten gegen den Ruf als unfreundlichste Bevölkerung. Der Taxifahrer, der uns vom Hotel zur Mietwagenfirma brachte war sehr nett und scherzte, dass er froh sein, dass mein Zettel mit der Adresse der Mietwagenfirma kein Liebesbrief an ihn sei 😍

New York Statue of Liberty
New York Statue of Liberty

Sonntag(Tag 3): In New York selber Auto fahren und Fahrt nach Cape Cod

Am Sonntag haben wir dann nach dem Frühstück ( auch wieder beim Whole Food) unseren Mietwagen von Alamo/ National übernommen, ein sogenannter „intermdiate SUV“, ein Toyota RAV4. Nachdem die nette Dame ( auch ein rühmliches Gegenbeispiel) erfahren hat, dass wir knapp 3 Wochen quer durch die USA fahren schlug sie vor, dass wir etwas Besseres als einen so kleinen und poppeligen „intermediate SUV“ benötigen und sie hätte da einen „nice bi em dabbel ju“ für uns, es stellte sich dann allerdings heraus, dass dieser nicht zur Einwegmiete geeignet war, d.h. in Manhattan und nicht am Airport hätte zurückgegeben werden müssen, dann wollte sie mir gegen geringen Aufpreis einen Tahoe anbieten, nach dem Motto: ‚Diese Strecke werden sie doch wohl nicht mit dieser kleinen Kiste absolvieren wollen“ 😉 Da durch einen Brand in der Straße der Mietwagenfirma nicht alle Autos zur Verfügung standen blieb es dann aber beim gebuchten  Toyota RAV4, worüber wir auch absolut froh waren, denn es ist ein tolles Auto.

Unser RAV4 Mietwagen für den USA Roadtrip durch den Osten
Unser RAV4 Mietwagen für den USA Roadtrip durch den Osten

Der Wagen war, ich weiß nicht ob bedingt durch den Brand, nicht gereinigt, Staub auf dem Armaturenbrett und auf dem Automatikhebel, der Beifahrersitz war voller Schokoladenflecken, ich vermute, dass der Vorgänger sich ein Magnum während der Fahrt gegönnt hat und kein Profi in diesem Bereich ist 😉 Auch die Reifen haben am nächsten Tag Alarm geschlagen, die Hinterreifen hatten statt 44 psi nur 32 psi was an der Tankstelle zum Glück schnell zu beheben war. Am späten Nachmittag haben wir dann nach mehrstündiger Fahrt unser Resort in Hyannis / Cape Cod erreicht und am Abend noch die Gegend erkundet. Die Fahrt verlief entlang der Atlantikküste auf dem Highway Richtung Norden nach Hyannis in unsere Unterkunft für zwei Nächte ins Cape Codder Resort. Trotz Garmin Navi nicht ganz einfach zu finden. Cape Cod ist deutlich größer und erschlossener als ich mir das vorgestellt hatte. Bei meiner Recherche bin ich davon ausgegangen, dass eine Hauptstraße die schmale Landzunge entlang führt und dass es dort ein paar einsame Strände und viel viel Natur gibt. Die Strände und die Natur gibt es auch, aber die Halbinsel ist für deutsche und europäische Verhältnisse sehr groß. Sie ist unglaublich gut erschlossen, viele mehrspurige Straßen, Ampeln und Kreisel, ein Regionalflughafen, Shoppingmalls, Geschäfte, unzählige Restaurants, Whole Food Markets, Häfen, Hotels, Appartmentanlagen und so weiter.

Hyannis Harbor / Cape Cod
Hyannis Harbor / Cape Cod

Montag (Tag 4): Cape Cod und Labour Day Wochenende

Unser Wunsch war eine Whale Watching Tour, also direkt nach dem Frühstück, natürlich in unserem Lieblings-Lokal Whole Foods in Hayannis (Iyanough Road) nach Barnstable Harbor gefahren zu den Whale Watch Cruises, es war Labour Day, das bedeutet halb Amerika unterwegs. Leider waren alle Plätze belegt, das lag einserseits am langen Wochenende mit dem Labour Day am Montag aber auch am Wetter am Sonntag. Den Sonntag hat es durchgeregnet, was für uns nicht dramatisch war, denn wir haben nach dem Frühstück in New York und einem kleinen Spaziergang unseren Mietwagen für unsere USA Rundreise abgeholt und einige Stunden im Auto verbracht um von New York nach Hyannis zu gelangen. Die Walbeobachtung am Sonntag musste aufgrund des Wetters abgesagt werden, die für Sonntag gebuchten Whalewatcher haben dann am Montag das Boot gefüllt. Wir haben am Montag dann bei strahlendem Sonnenschein eine Überfahrt von Hyannis Port nach Martha’s Vineyard genoßen. In der Warteschlage zur Fähre kamen wir mit einem sehr netten älteren Ehepaar aus Tampa in Florida ins Gespräch, die Vineyard kannten und dort zwei Nächte verbringen wollten. Sie rieten uns direkt am Hafen ein Taxi nach Edgartown zu nehmen, was sich als wertvolle Empfehlung herausstellte, denn wir hatten bis zur Rückfahrt mit der Fähre nur wenige Stunden. Also erkundeten wir kurz den Hafenort und setzen uns in ein Taxi, das uns in etwa 15 Minuten nach Edgartown fuhr. Unterwegs bekommt man noch einen schönen Eindruck von dieser wunderbaren Insel. Wenn wir nächstes Mal kommen dann auch für 1-2 Nächte um mit dem Fahrrad die Insel zu erkunden, die Insel ist flach, es gibt schöne Wege mit fantastischen Ausblicken auf den Antlantik und die auf der Insel gelegenen Kanäle und kleinen Seen. Edgartown ist wie eine Stadt aus dem Bilderbuch, wie aus einer besseren Zeit, zumindest stellt man es sich so vor. Romantische weiß gestrichene Häuser, weiße Zäune, eine gemütliche Veranda, mindestens eine amerikanische wehende Flagge und in den Gärten alte und hohe Bäume, die selbst kleine Gärten wie einen Park und die Häuser absolut herrschaftlich wirken lassen.

Cape Cod / Martha's Vineyard / Edgartown
Cape Cod / Martha’s Vineyard / Edgartown

Damit möchte ich nicht sagen, dass die Häuser nicht herrschaftlich sind, sie sind es absolut und sie sind leider auch absolut unbezahlbar für Normalsterbliche. Ein kleines Holzhaus auf Vineyard geht in der Regel bei 5 Mio $ los, nach oben scheint es wie häufig an solchen renommierten Locations keine Grenze zu geben. Nach der Ankunft in Edgartown haben wir in einer typischen American Bar / Diner lecker Salat ( so was von riesig ) und Pommes gegessen. Nach dem Essen sind wir durch den Hafen und die Straßen geschlendert und haben diese Zeit wie eine Reise in eine alte Welt erlebt, es war schwer sich zu beherrschen, weil die Häuser so perfekt in die Natur eingebettet sind, eine wahre Idylle. Es gibt keine Bausünden oder großen Hotelkomplexe, natürlich nur was wir durch unsere paar Stunden auf der Insel sagen können. Neben Martha‘ Vineyard gibt es noch eine zweite größere Insel, die zu Cape Cod gehört, das ist Nantucket. Diese werden wir dann vielleicht beim nächsten Mal besuchen. Der September ist eine ideale Reisezeit für Cape Cod, wenn man das Wochennde mit dem Labour Day außer acht lässt, die Hauptsaison geht Ende August zu Ende, im September ist wohl nur noch an den Wochenenden viel los oder wenn es Veranstaltungen gibt. Einige Lokale machen über den Winter auch zu, was diese Ecke der USA sicher für Naturliebhaber noch attraktiver machen dürfte, die vielleicht nicht so auf Strandurlaub aus sind, sondern mehr Ruhe benötigen um die reichhaltige Flora und Fauna zu erleben.

Dienstag (Tag 5): Cape Cod, Whale Watching und Fahrt nach Boston

Whalewatching Barnstable Harbor Cape Cod
Whalewatching Barnstable Harbor Cape Cod

Am Dienstag unserem letzten Tag in Cape Cod haben wir dann eine Stunde vor Fahrtbeginn glücklicherweise Tickets zum Whale Watching bekommen. Das Unternehmen im Barnstable Harbor bietet das Whalewatching seit 30 Jahren an und hat eine Walsichtungsrate von 99%. Wir waren uns so sicher das erste Mal Wale zu sehen und zu erleben, aber leider hatten wir kein Glück, nach etwa 5 Stunden kehrten wir ohne einen Wal gesehen zu haben in den Hafen zurück, ABER keinesfalls enttäuscht, ok ein wenig schon, aber allein die Fahrt mit diesem Highspeed-Boot war bei leichtem Seegang und recht starken Wind ein absolut cooles Erlebnis. Die Crew schien mir enttäuschter als wir, es gab dann auch für alle Passagiere unbegrenzt gültige und sogar übertragbare Tickets, die zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Versuch ermöglichen, ein schöner Grund um der vornehmsten Ecke der USA einen erneuten Besuch abzustatten.

Die nächste Station unserer Reise war Boston, da wir uns in Cape Cod verliebt hatten sind wir unterwegs vom Highway runter um uns das beschauliche und im typischen Cape Cod Stil gehaltene Örtchen Sandwich anzusehen.

Von Cape Cod Hyannis nach Boston sind es nur etwa 70 Meilen und 1.5 Stunden, die Nähe zu Boston dürfte auch teilweise für die hohen Immobilienpreise verantwortlich sein. Untergebracht waren wir im Loews Boston, einem zentral gelegenen und luxuriösen Hotel in sehr zentraler Lage in Downtown, welches wohl früher das Polizeipräsidium war.

Am Abend ein kleiner Spaziergang zur Golden Hour durch Boston mit Abendessen in einem der besten Thai Restaurants Bostons, dem Thai Basil in und ein Eis als Nachtisch von Fomu.

Mittwoch (Tag 6):  Boston

Der Mittwoch war ganztags für Boston eingeplant. Nach dem Frühstück in unserer Lieblings-Breakfast-Location, dem Whole Foods Market und einem Spaziergang von etwa 30 Minuten ging es dann gestärkt durch einen grünen Smoothie und ein warmes Oatmeal zur Zentrale von trolleytours.com um unser 24 Stunden Hop on Hop off ticket zu kaufen, welches nicht nur die Fahrt im alten Trolley ermöglicht, sondern auch eine 45-minütige Hafenrundfahrt.

Boston Hafenrundfahrt
Boston Hafenrundfahrt

Die Stationen sind wie bei den meisten Sightseeing Anbietern über die ganze Stadt verteilt an den Hauptsehenswürdigkeiten sind Stationen, die man mit der zum Preis gehörenden Karte auch leicht finden kann. Man steigt je nach Bedarf aus und wenn man die Ecke erkundet hat an derselben oder einer anderen der 19 Haltestellen wieder ein. Unser Tourguide war ein echter Alleinunterhalter, ein Naturtalent, Sänger und Comedian und Historiker in einer Person. Insgesamt sind die etwa 40$ sehr gut angelegt wenn man sich einen ersten Überblick verschaffen möchte.

Boston City Rundfahrt
Boston City Rundfahrt

Gegen die Duckboats haben wir uns entschieden, weil es einerseits nur eine feste Tour ist bei der man nicht ein und aussteigen kann nach Belieben und außerdem weil die Bewertungen teilweise nicht so positiv waren, ob nun gerechtfertigt oder nicht können wir nicht sagen. Aber die Möglichkeit den ganzen Tag die Transportmöglichkeit zu nutzen hat schon große Vorteile vor allem wenn man nur so kurz in der Stadt verweilt. Boston ist deutlich angenehmer als New York, es herrscht ein schon fast südliches Flair wie man es bspw. aus der Toskana kennt. Die Straßen sind sehr breit, die Bebauung ist nicht so dicht wie in New York, das ermöglicht breite Bürgersteige, Cafes und Restaurants haben ihre Stühle und Tische aufgebaut, das Leben findet auch auf der Straße statt. Die Luft ist deutlich besser als in NY und die Menschen sind viel freundlicher als in NY. Natürlich kann man eine 600.00 Einwohner Stadt nicht mit einer 8 Mio Einwohner Stadt vergleichen. Boston erschien uns in vielen Teilen wie ein Mini-London, was auch nicht weiter verwunderlich ist befinden wir uns doch in Neu-England. Boston hat übrigens die größte irische Bevölkerung außerhalb Irlands vorzuweisen. Und die Stadtfläche Bostons ist zu 75% auf durch über Jahrzehnte von Menschen aufgeschütteten Land entstanden. Der Logan Airport ist mit seiner gesamten Fläche dem Meer abgerungen, mit horrenden Kosten von mehr als 3,8 Mrd. $. Boston ist eine teure Stadt, alleine die Übernachtung für unseren Mietwagen kostet 50 $ pro Nacht, wir haben den AutoSchlüssel im Rahmen des sogenannten Valet Parking dem Hotelmitarbeiter ausgehändigt, der uns im Gegenzug ein Ticket für unser Auto ausgehändigt hat. 20-30 Mimten vor der Abreise müssen wir unser Auto dann anfordern bevor es weiter geht in unserer großen USA Rundreise nach Portland im grünen Atlantik-Bundesstaat Maine.

Während unserer Hafenrundfahrt hat uns der Captain die letzte in Privatbesitz befindliche Werft im Bostoner Hafen gezeigt, dort wurden Häuser mit 3 Schalfzimmern und 2 Bädern gebaut mit einem stolzen Preis von 3,5 Mio $ je Haus, aber ohne Stellplatz fürs Auto, dieser liegt nochmal bei ca. 300.000-400.000 $.

Die Lebensqualität in Boston erscheint uns zumindest nach unserer knappen Einschätzung deutlich angenehmer als in New York.

Donnerstag (Tag 7):  Portland ME

Unterwegs von Boston nach Portland Zwischenstopp in Kennebunk und Kennebunkport, dem Sommersitz der Bush-Familie.

Kennebunkport Maine
Kennebunkport Maine
Kennebunkport Maine Architektur
Kennebunkport Maine Architektur

Nachmittags im Hyatt Old Port in Portland eingecheckt, vom 5. Stock schöner Blick bis hin zum Hafen und zum Kanal. Die Hafenrundfahrt zu den 5 Leuchttürmen ist sehr empfehlenswert, vor allem am Abend zur Golden Hour, die vorgelagerten Inseln, teils komplett in Privatbesitz sind sehr schwer zugänglich, es gibt Seehundsbänke, Maine ist ein Lobster Paradies und hat als Slogan auf den Kfz-Kennzeichen „Vacationland“ stehen, es ist sehr grün, unendliche Küsten, die längste Küste der USA. Portland ist eine  sehr schöne Hafenstadt mit nur 66.000 Einwohnern. Portland in Maine bitte nicht verwechseln mit Portland in Oregon an der Westküste. Das Portland an der Westküste ist 10 x größer.

Hyatt Place Portland Old Port
Hyatt Place Portland Old Port
Portland Maine
Portland Maine

Freitag (Tag 8):  White Mountains – Fahrt von Portland nach Jackson

Unterwegs von Portland nach Jackson Zwischenstop am Sebaco Lake in der Nähe von Portland. Die White Mountains liegen in New Hampshire dem Bundesstaat mit dem Motto: „Live free or die“.

Live free or die! New Hampshire
Live free or die! New Hampshire

Unsere Unterkunft ist das Hotel Eagle Mountain View (Historic Hotels America).

Eagle Mount View Hisotric Hotel Jackson
Eagle Mount View Hisotric Hotel Jackson

Das Eagle Mount View liegt wunderschön in die Natur eingebettet und gehört zu den „Historic Hotels America„. Es hat einen eigenen antiken Charme, man fühlt sich zurückversetzt in eine andere Zeit. Die Einrichtung ist teilweise etwas abgewohnt und so ein altes Gemäuer (auch wenn es eher ein Holzhaus ist) hat seinen eigenen antiken Duft um es diplomatisch auszudrücken 😉

Eagle Mountain House in jackson
Eagle Mountain House in jackson

Die Lage des Hotels, der unvebaute Blick in die White Mountains und die Ruhe und Frische der Luft in der Nacht bei geöffnetem Fenster ist auf jeden Fall unbezahlbar!

Eagle Mountain House in Jackson NH Veranda
Eagle Mountain House in Jackson NH Veranda

Ganz in der Nähe gibt es eine „covered bridge“, die Jackson Falls, und die Conway Railway, eine historische Eisenbahn, die durch das herrliche Bergpanorama der White Mountains fährt.

Covered Bridge in Jackson NH
Covered Bridge in Jackson NH

 

Covered Bridge in Jackson New Hampshire
Covered Bridge in Jackson New Hampshire
Jackson Falls in Jackson NH
Jackson Falls in Jackson NH

Samstag (Tag 9):  Mount Washington und Mount Connway

Cog Railway zum Mount Washington, 69$ pro Person für die  je 45 Minuten Fahrt zum Mount Washington.

Die Cog Railway ist die älteste Zahnradbahn der Welt. Die Fahrt mit der Zahnradbahn dauert 45 Minuten, am Gipfel hat man dann bis zur Rückfahrt eine Stunde Zeit, was etwas knapp ist um von oben in Ruhe den Blick zu genießen und im Restaurant einen Snack zu sich zu nehmen. Aufgrund der extrem hohen Verbrauchskosten (Diesel und Wasser) kostet ein Ticket pro Person 69 $. Wer also Geld sparen möchte kann auch laufen, aber man sollte im Hinterkopf haben, dass man den gefährlichsten Ort der Welt besteigt, der trotz seiner relativ geringen Höhe aufgrund des unberechenbaren Wetters und den extremen Temperaturen mit mehr als 150 Toten zwar technisch oder von der Kondition keine allzu hohen Anforderungen stellt, aber aufgrund seiner Lage zwischen dem warmen Süden und dem kalten Norden. Der Mt. Washington ist mit 232 miles auch der Ort mit der höchsten jemals gemessenen Windgeschwindigkeit der Welt. Also wer auf eigene Faust hoch möchte unbedingt den Wetterbericht für die nächsten Stunden genau studieren und eine Karte mitnehmen oder sich einer Gruppe anschließen.

Mount Washington Weather
Mount Washington Weather

Es führt auch eine Maut-Straße auf den Gipfel, wer also mit dem eigenen Auto den Gipfel „erklimmen“ möchte hat während der Fahrt – sofern nicht alles in Wolken gehüllt ist – atemberaubende Ausblicke zu erwarten.

Cog Railway to Mount Washington since 1869
Cog Railway to Mount Washington since 1869

Am Mount Washington führt auch der renommierte Appalachian Trail vorbei, ein Fernwanderweg mit 3500 km, der sich entlang des Appalchengebirges durch 6 Bundesstaaten der USA zieht.

Mount Washington Wanderer auf dem Appalachian Trail
Mount Washington Wanderer auf dem Appalachian Trail

Cannon Mountain Aerial Tramway für 18$

Cannon Mountain Aerial Tramway
Cannon Mountain Aerial Tramway

Die Cannon Mountain Aerial Tramway führt auf den Mt. Cannon, der mit 1.240 m kleiner ist als der Mount Washington, aber trotzdem tolle Ausblicke bietet. Nach dem Verlassen der Gondel gibt es die Möglichkeit in etwa 30 Minuten den Berggipfel zu umrunden auf einem schönen Rundweg mit  atemberaubendem Panorama. Das „Observation Deck“ bietet einen einmaligen 360 Grad Blick.

Mount Cannon Observation Deck
Mount Cannon Observation Deck

Beim Kauf der Tickets sind wir laut Wetter-Anzeigetafel davon ausgegangen, dass wir oben in einer Wolke eingehüllt sind, aber allein die Hochfahrt bietet spektakuläre Ausblicke, deswegen haben wir trotzdem die Tickets gekauft, oben konnten wir dann eine absolut mystische Natur genießen, denn die Wolkendecke ist immer wieder aufgebrochen, Wolken sind vorbeigeweht und haben ein unvergessliches Spektakel geboten, das war einfach Glück, als wir die Abfahrt antraten fing es stark an zu regnen, vermutlich nur ein Schauer, aber bei solchen Ausflügen sollte man besser einkalkulieren, dass der Weg das Ziel ist und sich dann positiv überraschen lassen wenn das Wetter (kurzzeitig) aufklart.

Cannon Mountain 1240 m

Den Abend haben wir ausklingen lassen beim Thai in Conway, sehr gutes Red Curry und Thai Basil und die leckersten Crispy Tofus ever mit einer köstlichen scharfen Roten Sauce mit Erdnuss-Crunch.

Sonntag (Tag 10): Killington – Green Mountains / Vermont

Unsere nächste Unterkunft befindet sich im Bundesstaat Vermont, das Snowed Inn.

Snowed Inn Hotel Killington
Snowed Inn Hotel Killington

Das Snowed Inn ist ein kleines und familiäres Hotel, das vom ehemaligen Ski-Profi Manfred Karlhuber (kam vor mehr als 30 Jahren aus Österreich) gebaut wurde und sehr gemütlich ist.

Snowed Inn in Killington Vermont (Karlhuber family)
Snowed Inn in Killington Vermont (Karlhuber family)

Die dreistündige Strecke von Jackson ins weltbekannte Skigebiet Killington ist jetzt zum Beginn des Indian Summer ein Genuss, das Autofahren auf Amerikas Straßen ist wohl vor allem für Deutsche eine wahre Entspannung. 25 Meilen, 30 Meilen, 45 oder 55 Meilen und auf Autobahnen als maximale Geschwindigkeit Mal 70 Meilen, keine riskanten Überholmanöver, keine Drängler auch wenn man als Tourist Mal 5 oder 10 Meilen unterhalb der Höchstgeschwindigkeit fährt, dazu die lächerlich billigen Spritpreise sorgen für gute Laune. Die dreistündige Strecke mussten wir wegen toller Ausblicke sicherlich 10 Mal unterbrechen, aber auch ohne diese Unterbrechungen steigt man in den USA nach mehrstündiger Fahrt sehr entspannt und erholt aus dem Auto.

Die Killington Ski Arena erkundet, Killington war bereits zwei Mal Austragungsort des Welt Skicups und ist das größte und wichtigste Skigebiet im Osten der USA und wird deswegen auch „Beast of the East“ genannt. Der größte vertikale Höhenunterschied beträgt stolze 930 Meter. Killington hat noch nicht Mal 1000 Einwohner, aber gefühlt 1000 Hotels und sonstige Unterkünfte und Restaurants zu bieten. Im Sommer hat sich Killington auf Mountain-Biker spezialisiert, die in Horden mit ihren Rädern den Lift nutzen um dann Downhill den Adrenalinkick zu genießen.

Killington Ski Arena
Killington Ski Arena

Auch der Appalachian Trail zieht sich 150 Meilen durch Vermont.

Vermont hat von Massachusetts bis nach Quebec Kanada mehr als 400 km zusammenhängenden Wald zu bieten, daher ist auf den Kennzeichen auch das Motto „Green Mountain State“ vollkommen berechtigt. Es ist hier deutlich wärmer und weniger bewölkt als in New Hampshire, man sieht viele Weiden, Kühe, in Vermont wird der angeblich beste Cheddar hergestellt und auch Ben und Jerry, der Eisproduzent hat seinen Sitz in diesem Bundesstaat. Auch wird im Frühjahr, der Mud Season in Vermont 37 % des amerikanischen Ahornsirup-Bedarfs produziert. In der Mud Season sollte man Vermont am besten meiden wenn man die Wälder zu Fuß erkunden möchte.

Montag (Tag 11): Burlington am Lake Champlain

Auf der Strecke von Killington nach Burlington  über den Scenic Route Highway 100 haben wir noch die Warren Falls besucht, vom Parkplatz an der Landstraße sind die Wasserfälle nur ein paar Gehminuten entfernt. Definitiv ein idealer Platz um an einem heißen Sommertag Mal abzuhängen.

Warren Falls Vermont
Warren Falls Vermont

Burlington am Lake Champlain

Die Stadt Burlington liegt an einem 200 km (!) langen See, dem Lake Champlain, der See liegt südlich von Montreal (Kanada) zwischen den Green Mountains und den Adirondack Mountains an der Grenze der US-Staaten Vermont und New York. Man fühlt sich wie an der Küste, bestes September Wetter, mild und sonnig, tolle Schaukeln an der Uferpromenade…

Burlington am Lake Champlain - Gratis Schaukeln
Burlington am Lake Champlain – Gratis Schaukeln

Das interessante Echo Museum (vor allem für Kinder) stellt aus was im und um den See so alles lebt.

Burlington Vermont - Echo Museum
Burlington Vermont – Echo Museum

Eine Bar direkt am See und Yachthafen, See Rundfahrten…
Burlington ist ein gemütliches Städtchen mit 42.000 Einwohnern unweit der kanadischen Grenze, Universitätsstadt, besitzt mit der Church Street eine schöne Einkaufsmeile.

Burlington Vermont - See-Bar
Burlington Vermont – See-Bar

Wir haben lecker zu Mittag gegegessen im Pingala Cafe am Winooski River.

Pingala Cafe am Winooski River / Portland Vermont

Rückfahrt nach Killington über Montpelier. Montpelier ist die Hauptstadt von Vermont, mit nur 8000 Eineohnern die mit Abstand kleinste Bundeshauptstadt der USA, mit einem sehr schönem Parlamentsgebäude.

Montpelier Vermont
Montpelier Vermont

In Burlington haben wir in einer Laundromat noch zur Halbzeit unseres Urlaubs etwas Wäsche gewaschen. Es gibt in den USA in nahezu jedem Kaff einen Laundromat, keine Ahnung warum es mehr davon gibt als in Deutschland.

Dienstag (Tag 12): Fahrt von Killington nach Lake Placid

Lake Placid ist ein kleiner Wintersportort in den Adirondack Mountains und war 1932 und 1980 Austragungsort der olympischen Winterspiele.

Um nach der Autofahrt etwas Bewegung zu bekommen und die Natur der Adirondacks zu genießen haben wir den Mount Jo bestiegen, der Berg ist zwar nur 877 m hoch, aber die Rundstrecke zum Gipfel (Summit) ist trotzdem ziemlich herausfordernd, der Ausblick von oben auf die umliegenden Wälder der Adirondack Mountains und den kleinen See zu Füßen des Bergs atemberaubend.

Mount Jo / New York
Mount Jo / New York

Nach dem Abstieg dann die Füße abgekühlt im Lake Heart und ein kleines Sonnenbad genommen.

Lake Heart am Fuße des Mount Jo / New York
Lake Heart am Fuße des Mount Jo / New York

Den Tag haben wir ausklingen lassen mit einem gemütlichen Spaziergang durch Lake Placid.

Mittwoch (Tag 13): Fahrt von Lake Placid nach Niagara Falls

Die längste Strecke unseres USA-Roadtrips mit 6 Stunden Autofahrt von Lake Placid nach Niagara Falls, unterwegs immer wieder an mehreren kleinen Lakes Pause gemacht. Wasser, Bäche, Flüße und kleine und große Seen hat diese Region mehr als genug zu bieten. Nach der Ankunft in unserem Hotel „Sheraton at the falls“ sind wir gleich los zu den Niagarafällen um diese in der Golden Hour (Abendsonne) zu erleben.

Niagarafälle (Niagara Falls) New York
Niagarafälle (Niagara Falls) New York

Die Niagarafälle sind absolut beeindruckend, aber ich hatte nicht gedacht, dass die Niagarafälle sich mitten zwischen zwei Großstädten befinden, dem us-amerikanischen Niagara Falls und der gleichnamigen Stadt Niagara Falls auf kanadischer Seite.

Niagarafälle Blick auf die kanadische Stadt Niagara Falls (Niagara Falls) New York
Niagarafälle Blick auf die kanadische Stadt Niagara Falls (Niagara Falls) New York

Um die Wasserfälle herum sind zwei Großstädte entstanden, die direkt an die Niagarafälle heranreichen, kein Wunder bei den Besucherströmen dieser absoluten Top-Attraktion der USA. Es gibt unzählige Hotels und auch Shopping Malls und Spielcasinos um die Besucher auch noch anderweitig zu unterhalten.

Niagarafälle Spielcasino (Niagara Falls) New York
Niagarafälle Spielcasino (Niagara Falls) New York

Donnerstag (Tag 14): Fahrt von Niagara Falls nach Penn Yan

Unsere nächste Station ist Hampton Inn Penn Yan am Keuka Lake, der See gehört mit 32 km Länge und 96 km Ufer zu den sogenannten Finger Lakes.

Keuka Lake (Finger Lakes)
Keuka Lake (Finger Lakes)

Freitag (Tag 15): Fahrt von Penn Yan nach Elmira

Unser Hotel ist das Holiday Inn Elmira Riverview, nach dem Einchecken zum Tanglewood Nature Center für eine kleine Wanderung auf dem Mark Twain Trail. Mark Twains Grab befindet sich auf dem Woodlawn Cemetery in Elmira, ein sehr schöner und natürlicher und großer Friedhof. Die Friedhöfe in den USA gefallen mir persönlich besser als die bei uns in Deutschland, keine eingefassten Gräber, sondern nur der Grabstein, keine eingefassten und umrahmten Gräber, keine Blumentöpfe, sondern nur Rasen, Sträucher und hohe Bäume, die Schatten spenden.

Auch ist es ein Genuß durch die kleinen Vororte der Städte zu schlendern vorbei an den typischen Holz- oder Backsteinhäusern mit ihren gepflegten Vorgärten, mit dem obligatorisch kurz gemähten Rasen, den Hortensien, den gemütlichen Veranden und der amerikanischen Flagge die an fast jeden Haus flattert. Wenn dann die typisch amerikanischen gelben Schulbusse halten, ihr rotes Stopschild ausklappen um Schüler vor ihrem Haus abzusetzen dann wird die amerikanische Idylle wieder wach, die in unzähligen Spielfilmen entstanden ist. Hinter den an der Straße befindlichen Häusern geht in kleinen Orten an denen die Besiedlung sich nur an der Hauptstraße befindet häufig die Natur los, weswegen man den Eindruck hat, dass die Häuser im Wald liegen. Selbst in den Vorgärten gibt es in der Regel hohe und alte Bäume, die Stromleitungen laufen häufig am Bürgersteig entlang, anstatt einen Baum zu fällen werden in der Regel nur die störenden Äste entfernt und der Baum darf bleiben. Man hat dadurch das Gefühl mit dem Auto durch einen Park zu fahren und deswegen war ich auch froh, dass die maximale Geschwindigkeit auch nur 25 Mph betrug, denn nur so gab es die Möglichkeit sich auch als Fahrer alles in Ruhe anzusehen. In Elmira haben wir auch mehrere Pferdekutschen mit Amish gesehen. Die Amish sind eine protestantische Glaubensgemeinschaft, die meist aus der Schweiz und Südddeutschland stammen und einen Lebensstil pflegen wie zu Zeiten ihrer Einwanderung. Sie nutzen keinen Strom, keine motorisierten Fortbewegungsmittel. Die Männer haben Vollbärte, allerdings ohne Schnäuzer und schwarze Anzüge mit weißem Hemd, die Frauen Kleider und Kopfhauben wie es bei uns früher Krankenschwestern trugen. Sie winken freundlich wenn man sie forografiert oder filmt, denn sie sind sich bewußt, dass sie eine Attraktion darstellen. Auf jeden Fall ein faszinierendes Erlebnis es Mal selber live zu sehen. Auf den Highways sieht man in Gegenden mit Amish-Siedlungen in der Nähe daher auch gelbe Warnschilder auf denen eine Kutsche abgebildet ist. Ein komisches Gefühl auf einer Landstraße an der die Autos mit 55 mph entlangfahren dann die auf dem Seitenstreifen fahrenden Kutschen der Amish zu überholen. Die Kutschen sind erstaunlich schnell unterwegs, außer natürlich bergauf. Das Einkommen der Amish stammt überwiegend aus der Landwirtschaft. Sie leben in 28 Bundesstaaten der USA mit einer Konzentration in Pennsylvania und Ohio. Die Amish nutzen keine moderne Technik wie Smartphones. An den Niagarafällen ist uns auch eine Amish-Familie begegnet. Sie waren die Einzigen die die Niagarafälle voll bestaunen konnten ohne mit der Selfiestange herumzufuchteln oder sich gegenseitig fotografieren zu müssen, ein wenig beneidenswert fand ich das schon.

Samstag (Tag 16): Fahrt von Elmira nach Gettysburg

Pine Grove Furnace State Park mit kleiner Etappe auf dem Appalachian Trail

Appalachian Trail auf Höhe Pine Grove Furnace State Park
Appalachian Trail auf Höhe Pine Grove Furnace State Park

Der Pine Grove Furnace State Park beherbergt zwei kleine Seen, in denen man baden, Kajak fahren kann oder auch mit dem Wanderweg „Pole Steeple Vista“ den Berg hochklettern und von oben die Aussicht auf die umliegenden Berge und den Laurel Lake zu Füßen des Berges genießen.

"Pole Steeple Vista" mit Blick auf Lake Laurel
„Pole Steeple Vista“ mit Blick auf Lake Laurel

Oben am Gipfel angekommen sind wir nicht den Rundweg zurück zum Parkplatz gelaufen sondern noch ein paar Kilometer auf dem berühmten Appalachian Trail gewandert. Der Appalachian Trail ist unser Traum. Als wir bedingt durch unsere Selbständigkeit keine Möglichkeit zum Urlaub hatten haben wir uns Reportagen über den mehr als 3.500 km langen Wanderweg angeschaut und die Thruhiker bewundert, die ein halbes Jahr ihr „normales“ Leben verlassen haben um diese Erfahrung zu machen. Nur 3 von 100 Wanderern, die sich vornehmen den gesamten AT zu laufen kommen auch an ihr Ziel. Die Erfolgreichen sagen, dass es obwohl es natürlich körperlich extrem anstrengend ist vor allem eine mentale Herausforderung ist. Es gibt auch über 70-Jährige, die den Trail komplett absolviert haben. Der Apppalachian Trail oder zumindest Teile davon in einem reinen Wanderurlaub stehen definitiv noch auf unserer Bucketlist.

Appalachian Trail Markierung
Appalachian Trail Markierung

Gettysburg

Die Stadt Gettysburg in Pennsylvania (nahe dem Bundesstaat Maryland) ist was die Geschichte der Verreinigten Staaten von Amerika die  Sehenswürdigkeit Nr. 1, denn hier fand die Schlacht von Gettysburg statt. Man kann die Schlachtfelder, die Kanonen, einige Häuser und viele Denkmäler die nach der Schlacht aufgestellt wurden besichtigen.

Gettysburg
Gettysburg

Das Gelände ist sehr großflächig, es gibt die Möglichkeit am Visitor Center zu parken und es zu erlaufen oder wer es bequemer mag mit dem Auto zu erfahren. Wir haben uns in den Abendstunden für einen Spaziergang durch die Anlagen entschieden.

Gettysburg
Gettysburg

Sonntag (Tag 17): Fahrt Gettysburg nach Washington

Unterebracht waren wir im Holiday Garden Inn in der 1225 1st Street NE. Dank UBER ist man in 10-15 Minuten an der National Mall mit dem White House und weiteren Highlights von Wahsington.

White House in Washington
White House in Washington

Vom White House sind wir zu Fuß zum Capitol.

Capitol in Washington
Capitol in Washington

Washington ist kein Bundesstaat, sondern nur eine Stadt, es gehört weder zu Virginia noch zu Maryland. Die beiden Bundesstaaten haben aber das Land für Washington zu Verfügung gestellt. Wenn von amerikanischer Politik die Rede ist dann wird häufig nur der Begriff Washington genannt. Washington ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Bundesstaat, der an der Westküste der USA liegt. Washington hat von der Bevölkerung 51 % Schwarze und 39% Weiße.

Washington China-Town
Washington China-Town

Durch den höheren Anteil an Schwarzen hat man nach dem Besuch der Neuengland-Staaten erstmals etwas mehr das Gefühl in den USA zu sein wenn man durch die Straßen Washingtons läuft. Die Besonderheit an Washington ist das Fehlen von Hochhäusern, die Häuser dürfen in der Kernstadt nicht höher als die Straße breit sein, obwohl es einen massiven Mangel an Wohn-, Büro- und Parkraum gibt hat man diese historische Regel bisher nicht gebrochen. Davon profitiert natürlich das Umland von Washington, denn hier wird kräftig und auch in die Höhe gebaut was für Washington den Nachteil hat, dass die Steuereinnahmen auch im Umland eingenommen werden und nicht in Washington.

Montag (Tag 18): Washington

Wir haben die Stadt mit dem Hop-on-hop-off-Anbieter „DC Trails“ erkundet. DC Trails ist die meines Erachtens nach bessere Alternative zu Big Bus Washington, auch die Google Bewertungen für DC Trails sind etwas besser. Über die Groupon App habe ich für das 24-h-Ticket nur 28 statt 42 $ bezahlt was für eine 24-Stunden Hop-on-hop-off-Transport schon klasse ist. Die meisten Museen in Washington sind kostenlos und alle Museen die zum Smithsonian Institut gehören. Bei der Rundfahrt mit dem Doppeldecker kann man sich wie in jeder Großstadt einen guten Überblick über die Stadt verschaffen und entspannt und mit Cabrio-Feeling die Sehensweürdigkeiten bestaunen. Wir haben uns für den Besuch des „National Museum of the American Indian“ entschieden und hier einige Stunden verbracht. Man bekommt einen guten Einblick in die traurige Geschichte der „Native Americans“, die heute unter 1% Bevölkerungsanteil haben. Für mich war es ein Schock zu erfahren, dass es nur noch so wenige sind, im Stadtbild haben wir keine „Native Americans“ bzw. Indianer gesehen, vermutlich leben sie nur innerhalb der zugewiesenen Reservate oder in Bundesstaaten, die wir nicht besucht haben.

China Town ist einer der Stops von DC Trails und es empfiehlt sich definitiv an dieser Haltestelle bei Hunger auszusteigen.

China Town Washington
China Town Washington

Dienstag (Tag 19): Washington und Fahrt in die Hamptons

Unsere Reise haben wir über den Reiseanbieter und USA-Spezialisten Canusa gebucht. Das war bequem, weil wir noch nie (länger) in den USA waren und ich auch keine Lust hatte wochenlang in Foren oder Preisvergleichen rumzukramen. Die Reise enthielt einen Reisevorschlag für die 21 Tage. Sie enthielt die Flüge, die Hotel-Übernachtungen und den Mietwagen in einem Paket. Also quasi ein all-inklusive Paket. Vor Reiseantritt haben wir dann auch Reiseführer, einen Stromadapter und Kofferanhänger zugesandt bekommen. Nach dem Erhalt des Reisvorschlags hat man dann die Möglichkeit noch Änderungen an der Route oder den Hotels vorzunehmen. Ich habe hier nur zwei Hotels austauschen lassen aufgrund nicht so toller Bewertungen in den diversen Portalen.

Während der Reise haben wir dann auf eigene Kosten zwei Änderungen an Hotels vorgenommen, aber nicht weil die Hotels nicht akzeptabel waren sondern aus anderen Gründen. In Niagara Falls hat uns ein Tag genügt, daher haben wir anstatt einer weiteren Nacht in Niagara Falls ein Hotel am Keuka Lake gebucht.

Und statt mit Baltimore und Philadelphia zwei weitere Großstädte zu besuchen haben wir ein Hotel in den Hamptons gebucht, weil wir zum Abschluss unseres Trips mehr Lust auf Natur als auf Großstädte hatten. Die Entscheidung mit den Hamptons haben wir auch nicht bereut. Nach dem Frühstück sind wir dann von Washington in unsere letzte Unterkunft unserer 3-wöchigen Rundreise gefahren, das Holiday Garden Inn Riverhead.

Nach dem Einchecken im Hotel haben wir abends den in der Nähe gelegenen Wildwood State Park besucht.  Es gab eine Wetterwarnung, der Ausläufer eines tropischen Sturms (Cyclon) sollte die Küste der Hamptons treffen mit hohen Windgeschwindigkeiten und Böen sowie einem höheren Meeresspiegel. Der Campingplatz am State Park war auch schon evakuiert worden und auf dem PKW-Parkplatz waren wir am Abend das einzige Auto. Es ist schon beeindruckend das Meer bei solchem Wetter zu erleben, bei starker Bewölkung, gegen Abend, mit hohem Wellengang, der Strand war deswegen wohl auch nicht ganz so breit wie gewöhnlich.

Hamptons (New York)
Hamptons (New York)

Mittwoch (Tag 20): Hamptons und Montauk

Am Ende der Landzunge der Hamptons liegt das Städtchen Montauk, wer die Serie „Revenge“ gesehen hat kennt den Ort, weil sich hier die Bar „Stowaway“ beheimatet war. Durch „Revenge“ sind wir auf die Hamptos aufmerksam geworden und wollten diesen schönen Fleck Erde unbedingt besuchen.

Montauk / Hamptons / New York
Montauk / Hamptons / New York

Die Hamptons sind der Vorgarten der New Yorker. Jedes Wochenende zieht es im Sommer unzählige New Yorker an die Natur-Strände der Hamptons. Die Immobilienpreise sind allerdings so was von abgehoben, dass man hier wohl eher nicht sein Glück vom Eigenheim realisieren wird.

Immobilienpreise in Montauk / Hamptons / New York
Immobilienpreise in Montauk / Hamptons / New York

Gerade jetzt in der Nachsaison im September wenn die Strände leer sind entfaltet die Ecke ihren ganz besonderen Reiz.

Nach dem Frückstück bei Apple Bees sind wir aufgebrochen nach Montauk, die Fahrt allein ist schon interessant genug, unser erstes Ziel war Montauk Lightpoint , das absolute Ende der Landzunge der Hamptons.

Montauk Point Lighthouse / Hamptons
Montauk Point Lighthouse / Hamptons

Long Island auf dem die Hamptons liegen ist eine fast 200 km lange Halbinsel die sich von New York in den Atlantik erstreckt. Der Montauk Lightpoint ist ein Leuchtturm von dem aus man einen schönen Ausblick genießen kann auf das Land, die Dünenwälder und den Atlantik.

Ganz in der Nähe liegt noch den Montauk Shadmoor State Park, hier kann man entlang der Küste auf der einen Seite auf den Atlantik schauen und auf der anderen Seite die wunderschönen Strandhäuser bestaunen, die über Holzstege durch die Dünen mit den Stränden verbunden sind. Montauk hat natürlich auch einen Hafen von dem man mit Fähren zur Insel Block Island oder sogar nach Martha’s Vineyard fahren kann.

Montauk Shadmoor State Park
Montauk Shadmoor State Park

Der Besuch der Hamptons mit den wilden Stränden, der Besuch des Leuchtturms in Montauk, die Fahrt durch die Wohngebiete mit den wunderschlnen Strandhäusern war der perfekte Abschluß unseres dreiwöchigen Roadtrips an der Ostküste der USA.

Montauk Shadmoor State Park
Montauk Shadmoor State Park

Donnerstag (Tag 21): Hamptons nach Newark Airport

Von Riverhead sind wir über Long Island und die Bronx zum Flughafen Newark gefahren. Am Newark Airport erfolgte die Rückgabe unseres Mietwagens, leider habe ich meine Kamerahalterung an der Scheibe vergessen :-(. Also bitte achtet bei der Rückgabe nicht nur auf Seitenfächer, Kofferraum und Handschuhfach, sondern auch auf die Scheibe.

Der Rückflug war mit knapp 7 Stunden 1,5 Stunden kürzer als der Hinflug, in Frankfurt haben wir direkt nach der Landung unseren heimischen Taxifahrer angerufen, der uns dann 45 Minuten später abgeholt und nach Hause gefahren hat.

Autofahren in den USA

Das Autofahren in den USA, selbst das Autofahren in Manhattan oder in der Bronx, ist äußerst angenehm, die Straßen sind sehr breit, die Schilder und Markierungen auf den Straßen sind sehr hilfreich. Häufig steht auf den Abbiegespuren „only left“ oder „only right“, was bedeuet, dass man auf diesen Spuren zwingend abbiegen muss. Die Ampeln hängen in der Regel im Kreuzungsbereich, also in der Kreuzung an Kabeln, so dass man sich nicht den Kopf verrenken muss um zu sehen wann die Ampel auf grün schaltet. Die maximale Geschwindigkeit ist innerhalb von Ortschaften meist 25 oder 30 mph und auf Autobahnen je nach Bundesstaat maximal 70 mph, im Staat New York beträgt sie nur 55 mph. Das bedeutet im Vergleich zu Deutschland ein deutlich gemütlicheres und entspannteres Fahren, weil man nicht gejagt wird. Die einzigen Teilnehmer, die sich nicht so genau ans Limit halten sind die Truckfahrer, vermutlich stehen sie unter Termindruck und haben die Wahl zwischen Arbeitsplatz verlieren oder Führerschein verlieren. Richtige Kontrollen oder Blitzer habe ich auf unseren 2.800 Meilen durch die Staaten nicht gesehen, zwei Mal standen Trooper auf dem Seitenstreifen, es kann sein, dass auf ihren Seitenspiegeln Radarmessgeräte installiert waren. Im Staat New York wurde auf Autobahnschildern gewarnt, dass man das Limit einhalten soll, weil die Geschwindigkeitsmessung aus der Luft erfolgt. Das vom Mietwagenanbieter Alamo zur Verfügung gestellte Garmin-Navigationssystem hat uns präzise und sicher durch die drei Wochen geleitet. Sehr praktisch war auch die Anzeige der maximal erlaubten Höchstgeschwindigkeit und dass im Bereich von Schulen ein Warnton erklang. An Schulen oder Haltestellen vorbei darf man meist nur mit 10-15 mph vorbeifahren, wenn der Schulbus hält und das rote Stopschild ausgefahren hat dann darf man auch nicht passieren, auch die Gegenseite nicht. Für das Durchrollen am Stop-Schild kassieren die Behörden bis zu 400 $, ich habe das erst nach 2 Wochen USA-Trip gelesen im Netz und habe dann versucht wirklich stehen zu bleiben und einen Moment zu warten. Etwas verwirrend sind auch Kreuzungen ohne Ampeln, auch in den USA gilt zwar „rechts vor links“, aber es ist ein wenig anders als bei uns, d.h. es kommt mehr darauf an, wer als erster in den Kreuzungsbereich eingefahren ist der darf auch als Erster fahren. Ich finde diese Regelung etwas komisch, denn wer will bei fast gleichzeitigem Eintreffen messen oder entscheiden wer zuerst da war. Aber bedingt durch die extreme Höflichkeit der Amerikaner wird man per Handzeichen gerne Mal vorgelassen auch wenn man als Letzter in die Kreuzung eingefahren ist. Dann kommt es noch darauf an, ob nur man selber ein Stop-Schild hat und die Anderen nicht. Also das Fahren ist kein Problem, die Kreuzungsbereiche sind etwas gewöhnungsbedürftig. Auch auf der Autobahn verhält es sich anders als bei uns. Die Amerikaner sagen, dass jeder Spurwechsel ein Risiko darstellt, deswegen bleibt man in der Regel auf „seiner“ Spur mit der Folge, dass man wenn man bei drei Spuren in der mittleren Spur unterwegs ist sowohl von links als auch von rechts überholt wird. Informiere Dich am besten vor dem Urlaubsantritt im Internet über die Verkehrsregeln in den USA.

Umweltbewusstsein der Amerikaner

Das Sortieren von Wertstoffen wie Plastikflaschen oder Plastiktüten hat wohl in den USA erst begonnen. In Restaurants und auch in guten Hotels (3 und 4 Sterne) gab es in der Regel kein Metallbesteck, sondern nur Plastik. Es gibt zwar Mülleimer zum Sortieren, aber dann landet doch das Meiste unsortiert in einer Tonne wie wir beobachten mussten. Die Riesenmengen an Plastikbesteck und Pappbechern ließen sich wirklich leicht vermeiden. Selbst als wir gesagt haben, dass wir vor Ort essen wurde das Essen eingepackt in eine zusätzliche Tüte. Auch die Autos werden oft unnötig laufen gelassen, bei der Mittagspause mit Blick auf den See oder das Meer und während das Sandwich verspeist wird läuft der Motor auch Mal 20-30 Minuten lang, und das nicht um durch die Klimaanlage nicht zu schwitzen, sondern bei geöffneten Fenstern. Obwohl es teilweise gar nicht heiß war lief die Klimaanlage im Hotelzimmer und war auf 68 ° F. eingestellt. In den meisten Fällen vollkommen unnötig.

Die Autobahnen, Straßen und Städte sind super sauber, in einigen Staaten stehen an der Autobahn Warnschilder, die beim Wegwerfen aus dem Auto 10.000 $ Strafe androhen. Entweder wirken die Strafen oder die Erziehung und gute Stube der Amerikaner funktioniert perfekt. Ein sehr angenehmes Bild. Die Vorgärten sind sehr geplegt, bunte blühende Blümchen, Hortensien-Hecken, kurz geschnittener Rasen und die wehende Flagge erfreuen das Auge.

Freundlichkeit der Amerikaner

Die Freundlichkeit der Amerikaner ist abgesehen von New York (natürlich waren nicht alle dort unfreundlich) positiv hervorzuheben. Nicht weil ich überrsacht war, dass die Amerikaner freundlich sind, sondern einfach im Vergleich zu Deutschland. Die Amerikaner sind sehr hilfsbereit, es passierte eigentlich nie, dass der vor uns Laufende die Tür nicht für uns aufhielt auch wenn das für ihn eine kurze Wartezeit bedeutete, auch wenn sich Mal Wege im Gedränge kreuzten gab es Entschuldigungen. An einer Covered Bridge in Jackson an der ich Fotos machte fragte mich eine Autofahrerin die mitten auf der Straße angehalten hatte, ob sie jetzt weiterfahren kann, sie war extra um das Foto nicht mit einem Auto zu „belasten“ angehalten, das ist mir so noch nie passiert. Selbst im Aufzug wurden wir reingebeten bevor die im Aufzug Befindlichen ausgestiegen sind, was eigentlich wenig Sinn macht, weil wir uns an denen vorbeiquetschen mussten und die sich dann wiederum an uns, aber das zeigt wie die Amerikaner darum bemüht sind freundlich zu sein 🙂

Taxi-App UBER und die Digitalisierung

Wir haben in Washington mehrmals den Taxidienst UBER genutzt. Die App ist schnell installiert. Man meldet sich an, hinterlegt eine Zahlungsart wie Paypal oder eine Kreditkarte und schon kann es losgehen. Man startet einfach die App auf der Straße, gibt ein wohin man möchte, bekommt den Preis angezeigt und fordert einen Fahrer an. Die UBER-App zeigt dann innerhalb weniger Sekunden an in wie vielen Minuten der Fahrer am Abholort ist. In der App kann man dann auch live beobachten wo der Wagen sich gerade befindet und wann er um die Ecke biegt, man sieht auch die Automarke und ein kleines Bild des Fahrers. Wenige Minuten später steigt man ein und kann sich – sofern gewünscht – von einem Ortskundigen  bspw. noch ein paar Tipps zum Essen gehen holen. Für Fahrten von 2-3 Meilen und 10-20 Minuten sind immer weniger als 10 $ angefallen, wenn man bedenkt, dass 30% davon (glaube ich) als Provision an UBER gehen dann frage ich mich schon wie ein UBER-Fahrer hier einen sinnvollen Lebensunterhalt erwirtschaftet. Die Wagen mit denen wir gefahren sind waren allesamt neue Limousinen (Toyota Corolla, Chevrolet Malibu, Nissan Versa, Toyota Camry) und sehr sauber. Wer 8 oder 10 Stunden täglich fährt kann sein Auto sicher nicht 10 Jahre lang nutzen wie bei einer privaten Nutzung. Die Benzinkosten sind in den USA natürlich nur etwa halb so hoch wie in Deutschland, aber wie viel kann ein Fahrer bei diesen Preisen erwirtschaften wenn man die hohen Mieten und Lebenshaltungskosten in amerikanischen Metropolen zugrunde legt, wie viel kann er für ein neues Fahrzeug beiseite legen, für die Rente, für die Krankenversicherung. Als Selbständiger muss er sich ja um all diese Dinge selber kümmern. Natürlich ist UBER auch eine unkomplizeirte und schnelle Möglichkeit sich selbständig zu machen. Der Dienst ist ja noch relativ jung, aber es wäre schon interessant wie lange die Fahrer im Schnitt bei UBER bleiben. Für die Kunden ist UBER auf jeden Fall eine Bereicherung, vor allem in großen Städten in denen man sich nicht auskennt, nicht nur der Preis, sondern vor allem auch die absolut einfach und intuitive Bedienung der App. In New York müssen Taxifahrer an die Stadt eine Lizenz bezahlen, die 700.000 $ beträgt. Wer hier in seine Existenz investiert hat als Taxifahrer sieht sich nun gegenüber zig tausend UBER Fahrern in Konkurrenz. Per UBER einen Wagen anzufordern ist einfacher als auf der Straße ein Taxi herbeizuwinken, auch kannman weltweit eine UBER App installieren und in unzähligen Ländern und Sädten fahren. Taxi-Apps gibt es zwar auch immer mehr, aber diese sind für jede Stadt dann neu zu installieren. Allein in London nutzen 3,5 der 8,5 Millionen Einwohner die UBER App und mehr als 40.000 UBER Fahrer bieten ihre Dienste an. Von unserem Hotel-Zimmer aus konnte ich auf den Eingangsbereich des Hotels schauen, dort haben deutlich mehr UBER-Fahrer Gäste abgeholt und gebracht als die offiziellen Taxen. Das sind nur ein paar Gedanken zum Thema UBER.

Neben UBER habe ich noch einen weiteren neuen Trend kennengelernt in den USA und zwar den Anbieter Instacart. Als wir im Whole Foods frühstückten konnten wir vom im 1. Stock gelegenen Cafe in den Markt sehen und dort einige Angestellte oder Selbständige des Dienstleisters Instacart. Die Einkäufer hatten grüne T-Shirts mit dem Schriftzug „Instacart“ und haben mit einer Handy-App die Sachen im Laden zusammengesucht und in ihren Einkaufswagen gelegt, nach jedem Artikel haben sie in der App wohl markiert, dass der Artikel im Warenkorb ist. Der Großstädter kann bequem online seinen Einkauf am PC oder Smartphone erledigen und bekommt ihn dann im gewünschten Zeitfenster von einem Instacart-Mitarbeiter an die Haustür geliefert. Selber zum Laden fahren entfällt, teure Parkgebühren ebenso. So vereinfachen Apps unser Leben und schaffen Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, dem Bereich, der nicht in Billig-Lohnländer ausgelagert werden kann. Natürlich schaffen solche Dienste wohl vor allem Arbeitsplätze für Menschen mit geringer Ausbildung, aber die Frage ist, ob dabei auch ein erträgliches Einkommen zustande kommt. Die Digitalisierung verändert unser Leben und niemand möchte auf die Vorteile verzichten. Länsgt ist das Smartphone unser verlängerter Arm geworden auf den wir starrend mehr Zeit verbringen als anderen Menschen ins Gesicht zu schauen.

Den gesamten Trip in weniger als drei Minuten kannst Du Dir hier ansehen:

Fazit unseres dreiwöchigen USA-Roadtrips

Eine tolle Reise, sehr intensiv, erlebnisreich, kurzweilig und lohnenswert. Die USA sind ein tolles Reiseziel und jedem zu empfehlen, der nicht nur Städte liebt, sondern auch die unendliche Natur. Wir kommen definitiv wieder. Als nächste Ziele in den USA würden uns die Südstaaten und die vier Staaten entlang der Rocky Mountains reizen mit Colorado und seinen vielen 4-Tausendern.

In Kürze werde ich noch zu den einzelnen Stationen extra Seiten anlegen mit weiteren Fotos und es folgen ein paar Videos, die hoffentlich Lust machen die Ostküste der USA bzw. den Osten zu besuchen.

Welche Staaten sind Deine Lieblingsziele in den USA und warum, welche Erfahrungen hast Du gemacht?

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