London in 4 Tagen – Erfahrungsbericht und Tipps für den Kurztrip

Recht spontan haben wir uns am Freitag entschieden London zu besuchen, nach einem Check auf wetteronline schnell geprüft wie das Wetter für die Woche wird, auch wenn Wettervorhersagen immer etwas mit Vorsicht zu geniessen sind war es für   London wichtig, denn es herrscht ja das (Vor-)Urteil, dass es an mindestens 300 der 365 Tage im Jahr Regen und/oder Nebel gibt 😉.

Unsere Reise haben wir innerhalb weniger Minuten gebucht über Expedia. Flug mit British Airways, Hotel St. Martins Lane nähe Trafalger Square und den Transfer vom London City Airport zu Hotel und zurück, damit die Reise entspannt beginnt. Für vier Tage sind wir nur mit Handgepäck, also unseren Rucksäcken (siehe Tools) unterwegs, hätten also problemlos auch Geld sparen und mit den Öffentlichen das Hotel anfahren können. Der Flug startete um 7.00 Uhr in Frankfurt (FRA) und anderthalb Stunden später landeten wir in London. Da England nicht am Zeitumstellungs-Schwachsinn teilnimmt landeten wir bereits um 07.30 Uhr in der Hauptstadt des britischen Empires. Dass London eine gigantische Hauptstadt ist in dessen Großraum 14 Millionen Briten leben kann man bereits beim Anflug schön erkennen. Somit lebt jeder fünfte Brite in London oder Umgebung. Im Flug von British Airways waren gefühlt zu 80% Businessleute, vermutlich, weil wir uns als Start des Trips einen Montag ausgesucht hatten. Nach der Landung hatten wir gedacht, dass unser Chauffeur uns direkt abholt, aber wir mussten etwa eine Dreiviertelstunde auf ihn warten, er entschuldigte sich und sagte, dass er Anweisung habe von seiner Firma 45 Minuten nach der Landung bereit zu stehen. Wenn man nur mit Handgepäck reist und an einem recht überschaubaren Flughafen wie dem London City Airport hätte es eine Viertelstunde auch getan, aber an einem Flughafen gibt es schließlich immer genügend interessante Menschen zu beobachten, so dass die Wartezeit kein Thema ist. Da wir am Montag Morgen in den Berufsverkehr geraten sind dauerte die Fahrt zu unserem Hotel eine gute Stunde. Der Fahrer, der Serbe war und seit 17 Jahren in London lebt und arbeitet, war sehr unterhaltsam und mitteilsam, so dass wir schon eine Mini-Führung hatten bevor wir unser Hotel erreichten. Da man erst um 15.00 Uhr einchecken kann wollten wir fragen, ob man die Rücksäcke unterstellen kann. Im Gespräch wurde uns dann gegen einen Aufpreis ein Zimmer im 6. Stock angeboten, welches nicht nur etwas ruhiger lag als das gebuchtenZimmer, sondern vor allem durch die Lage im obersten Stockwerk auch eine schöne Aussicht in Richtung Coliseum und Trafalger Square bot.

So konnten wir unser Gepäck ablegen und bereits gegen 9.00 Uhr unsere Erkundung starten und hatten den ganzen Tag zur Verfügung.

Montag und unser erster Tag in London

Zum Frückstück ging es in den Covent Garden ins Le Pain Quotidien. Ich wollte die gesündere Variante des „Full English“ probieren und hatte Porridge mit Banane 😉 und einen frisch gepressten Saft. Anschließend haben wir den Covent Garden erkundet, in dem direkt ans Cafe angrenzenden Einkaufszentrum befinden sich unzählige kleine Geschäfte und natürlich viel Gastronomie. Im Untergeschoss gibt es regelmäßig Künstler, wie bspw. Opernsänger, die die Gäste aus aller Welt mit ihrem Können beeindrucken. Einfach einen Kaffee bestellen und dem perfekt zu diesen noblen Markthallen passenden Spektakel folgen.

Der Covent Garden ist nur wenige Gehminuten vom Hotel St. Martins Lane entfernt. Das Hotel ist ein luxuriöses Designerhotel in dem man beim Eintreten mit einem wundervollen Duft empfangen wird. Das St. Martins liegt auch nur wenige Minuten von einer der Hauptattraktionen Londons, dem Trafalger Square, entfernt. Auf diesem Platz kann man problemlos längere Zeit zubringen, der Ausblick auf die Monumente, die Lage an der National Gallery, die geschäftige Kreuzung und die vielen Straßenkünstler lassen die Zeit wie im Flug vergehen.

Trafalger Square in London – JudyAndSimon

Von Trafalger über den Buckingham Palace zu Fuß zum Kaufhaus Harrods und auf dem Rückweg durch den St. Jame’s Park. Das Kaufhaus Harrods fanden wir etwas enttäuschend, es ist sehr unübersichtlich, man kann sich in diesem Riesen-Konsumtempel wirklich verlaufen und hat gefühlt schnell ein paar km zurückgelegt 😉.

Harrods in London - JudyAndSimon

Unser Dienstag in London

Nochmal Covent Garden, weil wir unsere Kappen (Sonnenschutz) zu Hause liegen gelassen hatten. Da eine Stadtbesichtigung mit „The Original Tour London“ geplant war, dem Cabrio-Doppeldecker und die Rundfahrt bis zu 2-3 Stunden (beim Stau in London eher 3 Stunden) in Anspruch nehmen sollte und es weder regnerisch noch neblig war haben wir uns im Marks & Spencer BaseballCaps gekauft was sich als gute Entscheidung herausgestellt hat, denn die Fahrt fand zwischen 11 und 14 Uhr, also in der Mittagssonne, statt.

Bei den „The Original“ London Touren gibt es mehrere Linien und Optionen. Wir haben uns für das 48-h-Ticket entschieden (pro Person 42 £). Dieses Ticket erlaubt es 48 Stunden lang die Busse der Gesellschaft „The Original Tour“ zu nutzen, die alle 20-30 Minuten an etwa 60 Stationen in London alle nennenswerten Sehenswürdigkeiten anfahren. Man kann auch an bestimmten Haltestellen aussteigen und in andere Lininen umsteigen, die andere Stadtteile abdecken. Man kann aussteigen, essen gehen, ein paar Fotos machen und dann einfach wieder einsteigen an der Station an der man ausgestiegen ist oder natürlich auch zu Fuß zu einer beliebiegen anderen Station laufen. Die einzige Problematik ist, dass diese Haltestellen in dem beigefügten Stadtplan (der nur sehr schematisch ist) teilweise nicht oder nur schwer zu entdecken sind und es deswegen Glückssache war, dass wir die ein oder andere Station entdeckt haben. Weil man in der gebuchten Zeit beliebig oft ein- und aussteigen kann werden die Touren auch als Hop-on-hop-off-Touren bezeichnet. Beim nächsten Besuch würde ich mir eine genaue Liste der Haltestellen geben lassen.

London "The Original Tour" Hop-on-hopp-off

Die Original Tour startete bereits im Jahr 1951 und gilt als der Erfinder dieser Art Informations-Stadtrundfahrten. Das preisgekrönte Touristik-Konzept wurde inzwischen von unzähligen anderen Städten kopiert und man kann in Frankfurt oder New York auf diese luftige und entspannte Weise die Stadt erkunden. Je nach Tour ist ein Live-Guide dabei, bei anderen Touren bekommt man beim Busfahrer Kopfhörer und kann dann am Sitzplatz aus zehn Sprachen auswählen und anhand der GPS-Koordinaten erfährt man dann alles zu der Sehenswürdigkeit an der man gerade steht oder vorbeifährt.

Um uns einen guten Überblick zu verschaffen haben wir uns für die Yellow Tour T1 entschieden bei der die meisten wichtigen Highlights enthalten sind. Unser Guide Steven hat uns dabei die gesamte Fahrt mit interessanten Fakten gefüttert. Da die Erklärung in englisch war und es aufgrund des Fahrtwindes und des dichten Verkehrs doch etwas laut war kriegt man natürlich nicht unbedingt alles mit, aber es ist trotzdem ein Erlebnis einen typischen Londoner von seiner wundervollen Stadt sprechen zu hören, der seine Begeisterung auf die Gäste überträgt.

Die Tour war bei dem sonnigen Wetter, der frischen Briese und dem genialen Ausblick aus dem 2. Stock des Buses ein echtes Vergnügen. Die imposanten Gebäude und die Menschen aus aller Herren Länder entspannt von dieser fahrenden Bühne zu beobachten ist schon klasse.

The Original Tour in London - JudyAndSimon

Im Fahrpreis, den man für 24 Stunden bzw. mit einem geringen Aufpreis auch für 48 Stunden buchen kann ist die Nutzung der Busse im gebuchten Zeitraum möglich, sowie drei geführte Touren zu Fuß zu unterschiedlichen Themen, wie dem Wachwechsel am Buckingham Palace, der im Sommer jeden Vormittag um 11 Uhr stattfindet und eine halbe Stunde dauert, eine Musik-Führung zum Thema Beatles, Rolling Stones und eine Führung zum wohl bekanntesten und nie gefassten Verbrecher Jack the Ripper. Außerdem ist eine Fahrt auf der Themse im Fahrpreis enthalten. Beim 24-Stunden Ticket von Westminster zum Tower of London und zurück und beim 48-Stunden Ticket sogar bis nach Greenwich, welches die meisten sicher schon gehört haben, weil durch seine Sternwarte der historische Nullmeridian, verläuft und die Zeitzone Greenwich Mean Time nach ihm benannt ist.

Der beste Thailänder der Welt?

Nach der Tour haben wir im Thai Square zu Mittag gegessen. Thai Square gibt es insgesamt 13 Mal in London und Umgebung. Eigentlich wollten wir kulinarisch mehr ausprobieren, aber da wir absolute Fans von Thai-Food sind haben wir dann in den vier Tagen in London insgesamt drei Mal beim Thai Square gegessen, weil das Essen außergewöhnlich lecker und sehr authentisch thaistyle war. Auch der Service war so was von genial, dass wir nicht anders konnten. Diese Kette ist unsere absolute Empfehlung für alle, die in London gut asiatisch essen möchten. Die Restaurantkette, die 1996 gestartet ist ausgezeichnet mit dem „The Winner of Best Restaurant Chain & Best Hospitality Team 2017“. Unser erster Besuch war in der Nähe des Trafalgar Square und die anderen beiden Besuche in der City in der Minories Street. Wir sind gespannt wann es uns für den nächsten Kurztrip wieder nach London zieht, der Thai Square trägt eine Mitschuld daran 😉

Thai Square Restaurants London

Nach dem Essen ging es dann über Covent Garden durch die belebten Straßen über die Oxford Street, Regent Street bis zum Piccadily Circus und dann in einem Bogen wieder Richtung Hotel.

Unser Mitwoch in London

Von unserem Hotel sind wir etwa 30 Minuten zu Fuß zum Frühstück im Tibits Bankside, nach dem Frühstück an der Themse entlang vorbei am „London Eye“, das „London Eye“ ist inzwischen die No. 1 Sehenswürdigkeit in London und es sind Stand 2017 mehr als 50 (!) Millionen Menschen in diesem Riesenrad gefahren. Das Riesenrad macht seinem Namen wirklich alle Ehre, es gehört zu den Top-3 Riesenrädern der Welt, eine Umdrehung in einer der 25 Menschen fassenden Glaskabinen dauert etwa 30 Minuten. Es gibt Fans und es gibt Hater, die sagen, dass es die langweiligste Sache ist, die man in London machen kann. Da wir nicht 30 Minuten mit 25 Menschen auf engstem Raum verbringen wollten haben wir diese Sehenswürdigkeit (gerne) ausgelassen, auch wenn man sich eigentlich erst nach einer Fahrt ein Urteil bilden sollte.

Da aber sowieso geplant war die St. Pauls Cathedral zu besichtigen hatten wir eine andere und wie ich finde bessere Möglichkeit die Stadt von oben zu sehen. Besser, weil die Aussicht von St. Pauls erstens ohne Glas oder Plexiglas ist und einem der Wind um die Ohren weht und weil man oben auf der Kuppel des Dachs auch 360° laufen kann und sich in Ruhe und im eigenen Tempo die Stadt anschauen kann. Eine weitere tolle Möglichkeit die Stadt von oben zu sehen ist es kostenlos auf den Walkie Talkie genannten Wolkenkratzer in das Restaurant Skygarden zu fahren. Wir haben von dieser Möglichkeit durch den Kapitän bei der Themse-Kreuzfahrt gehört, man muss sich jedoch ein paar Tage vorher online anmelden, weil die Plätze begrenzt sind. Definitiv etwas für unseren nächsten London-Trip.

Bootsfahrt auf der Themse

Neben dem Cabriobus war die Themse-Fahrt eines der Highlights. Vom Anleger an der Westminster Bridge mit Blick auf Big Ben und Westminster Parliament starten die Boote alle 20-40 Minuten die Boote der City Cruieses vom Westminster Pier zum Tower of London bzw. wenn man das 48-Stunden Ticklet gekauft hat sogar bis nach Greenwich.

Themse-Fahrt

Nach einem kurzen Aufenthalt in Greenwich und Besuch des alten Teefrachtes Cutty Sark ging es mit dem Schiff von Greenwich unter der Tower Bridge hindurch zum Tower of London wo wir ausgestiegen sind um die City of London zu erkunden.

Mittagessen, wie könnte es anders sein, im Thai Square in der Minories Street 😉

Am Tower sind wir nach dem Essen dann noch Mal in den Doppeldecker der Original Tour gestiegen, dieses Mal die Route T2 mit Kopfhörern und deutscher Erklärung im Ohr.

Abends bei untergehender Sonne noch ein Abendspaziergang vom Hotel St. Martins Lange zum Big Ben und zurück.

Big Ben in London - JudyAndSimon

Auf dem Weg kommt man am Regierungssitz des Premierministers bzw. aktuell der Premierminsterin vorbei. Die Downing Street 10 (eigentlich 11, weil in der 11 mehr Wohnfläche zur Verfügung steht) war 1991 das Ziel eines Bombenangriffs durch die IRA. Seitdem sind die Sicherheitsvorkehrungen dratisch erhöht worden. Vor der Einfahrt befindet sich ein kleiner Bereich für Demonstartionen in dem die Brexit-Gegner gerade eine Brexshit-Party feierten und gegen den Austritt aus der EU demonstrierten, hier ein kleiner Eindruck davon:

Unser Donnerstag in London

Der Donnerstag startete auch mit einem Frühstück im Tibits Bankside, dann am Tate Modern vorbei über die Millenium Bridge zur St. Pauls Cathedral, hier sollte man sich 2-3 Stunden Zeit nehmen, die Kirche ist riesig, es gibt das Erdgeschoß, die Krypta, die Flüster-Galerie (Whispering Gallery) und wer nicht an Klaustrophobie leidet und ein gesundes Herz hat kann und sollte die 512 Stufen zur Aussichtsplattform auf dem Dach von St. Pauls aufsteigen. Von dort oben hat man einen phänomenalen 360°-Ausblick auf diese grandiose Stadt und das Umland.

Unsere nächste Station war der Tower of London, für die englische Geschichte und Entstehung absolut elementar. Und jeder trichtert einem ein: „Wer in London war und nicht im Tower der war nicht in London!“. Wer will das schon auf sich sitzen lassen und so verwundert es nicht, dass dort auch die Menschenmassen hinpilgern. Der Tower war bis 1703 der Königssitz und  hier werden übrigens auch die Crown Juwels (die Kronjuwelen) gelagert und streng bewacht. Am Eingang kann man sich einer Führung anschließen, die von den sogenannten Beefeaters angeboten werden. Warum sie Beefeater genannt werden seit etwa 300 Jahren lässt sich leider nicht mehr sagen, aber die Beefeater sind keine Studenten oder arbeitslosen Historiker, sondern ausnahmslos Soldaten mit tadellosem Ruf, die mindestens 22 Jahre gedient haben müssen und die auch innerhalb des Tower of London mit ihren Familien leben und hier die Touristen über die Geschichte Londons aufklären.

Baker Street 221b

Als absolute Fans von Sherlock Holmes (ich glaube wir haben alles gelesen, gehört und gesehen) war diese Location natürlich ein Pflichtbesuch. Wir sind hierzu abends zu Fuß vom Hotel los und nach etwa 3,6 km (unterwegs noch am Madame Tussauds vorbei) einfache Strecke in der Baker Street 221 b und dem Sherlock Holmes Museum angekommen. Wir lieben es zu laufen und wir lieben es durch solche pulsierenden Metropolen zu laufen. Es gibt keine andere Fortbewegungsart bei der man so viel sieht, in Hinterhöfe reinschauen kann und die Bewohner der Stadt erleben kann. Dieses Treiben lassen ist für uns wichtiger als zu sagen man hat alle Top-10 Sehenswürdigkeiten abgehalt. Durch das „sich treiben lassen“ lernt man eine Stadt intensiver und nachhaltiger kennen und ich denke auch, dass sich die Begegnungen und Erlebnisse tiefer ins Gedächtnis einprägen als eine eventuell besuchte xte Sehenswürdigkeit, abgesehen davon kann man nach dem Besuch auch eine Liste erstellen mit den Dingen, die man beim nächsten Trip anschauen und erleben möchte. Eine Stadt hat dann überzeugt, wenn ich mich darauf freue in 1 oder 5 oder 10 Jahren nochmal wiederzukehren und das trifft auf London für uns auf jeden Fall zu.

Baker Street 221b - JudyAndSimon

Unser Freitag (leider nicht mehr) in London 

Der Shuttle-Express hat uns in der Hotellobby abgeholt und zum London City Airport gefahren, der Rückflug um 08.05 Uhr mit British Airways nach Frankfurt am Main.

Hier ein paar Eindrücke von unserem viertägigen London-Trip (17.- 21.07.2017)

Fazit: Eine faszinierende Metropole und wir kommen wieder!

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