Goldener Oktober in Österreich

Unser einwöchiger Herbst-Trip in Österreich führte uns nach Kärnten, Osttirol und auf dem Rückweg noch für einen halben Tag nach Kitzbühel (Tirol).

Das Wetter hätte besser nicht sein können, in der an Seen reichen Region um Villach und Kärnten hat sich der Morgennebel bereits gegen 9 Uhr aufgelöst

und man hatte bei der Fahrt durch die Täler und Berge und beim Ausblick von den Gipfeln ein Panorama wie aus dem Bilderbuch, die verfärbten Laubbäume wie Lärchen, Bergahorne und Birken leuchteten in gelb, orange und rot um die Wette. Der Oktober ist wenn das Wetter passt – und das tut es wohl häufig in Österreich – der perfekte Reisemonat. Die Sommerurlauber sind schon weg und die Wintersaison ist noch nicht gestartet, weil es noch zu warm ist um die Schnee-Kanonen anzuwerfen. Man hat die Seen, Bergstraßen und Alpengipfel quasi für sich alleine. Keine langen Warteschlangen vor den Seilbahnen oder den Ausgangspunkten für Naturschauspiele wie Wasserfälle, keine überfüllten Altstädte. Die ideale Zeit um diese abwechslungsreiche Region zu erkunden.

Unsere erste Station war Annenheim am Ossiacher See, nur wenige Kilometer von Villach entfernt. Villach liegt verkehrsgünstig und am südlichen Ende von Österreich im Dreiländereck. Die Landesgrenze zu Slowenien und Italien liegt nur wenige Autominuten entfernt. In weniger als einer Stunde ist man in Ljubljana, der Landeshauptstadt Sloweniens oder in 2,5 Stunden sogar in Venedig. Wien liegt etwa 2 Stunden entfernt. Nach Klagenfurt mit seinen schönen Plätzen und Bauwerken sind es nur 20 Minuten. Die gesamte Region ist was die Infrastruktur angeht unglaublich gut ausgestattet. Da Österreich im Herzen Europas liegt ist es für die umliegenden Länder nicht nur Urlaubsort, sondern auch eine wichtige Transitstrecke von Nord nach Süd und Ost nach West. Aber nicht nur verkehrstechnisch ist Villach und die Region äußerst gut angebunden, sondern auch vor allem die touristischen Attraktionen können sich wirklich sehen lassen. Kleine und große Bergseen, verträumte Seitentäler mit faszinierendem Bergpanoramen, die typischen im alpenländlischen Stil gehaltenen Dörfer und Städte. Die Österreicher sind was die Landschaft angeht absolute Glückskinder und so verwundert es auch nicht wie viele Besucher jedes Jahr davon angezogen werden.

Unsere Unterkunft in der Region Villach war die Villa Marienhof in Annenheim, ein Hotel unweit (nur durch eine Straßenunterführung) vom Ossiacher See gelegen und weniger als 100 m von der Gerlitzen-Bahn entfernt von dessen Berg man nicht nur auf den Ossiacher See und die Burgruine Landskron, sondern weit ins Villacher Land schauen kann. Die erste Ettape führt in der Gondel auf die Mittelstation und von dort aus geht es im Sessel-Lift bis auf den Gipfel mit 1911 m Höhe. Vom Gipfel aus kann man in Wanderungen verschiedener Schwierigkeitsgrade Almhütten ansteuern, den Ausblick und die Ruhe genießen, den Gleitschirmfliegern zuschauen oder im Restaurant etwas Gutes essen.

Kärnten Card

Für den Urlaub in Kärnten ist es empfehlenswert sich eine Kärnten Card zuzulegen. Mit dieser Karte, die es für eine oder zwei Wochen gibt, kann man mehr als 100 Attraktionen zu einem Festpreis besuchen ohne jedes Mal Eintritt zahlen zu müssen. Bereits bei zwei Berg- und Talfahrten mit der Gerlitzen Bahn hat man die Kosten von 38 € drin. Weitere Ausflugsziele besucht man dann quasi kostenlos. Und von diesen Ausflugszielen gibt es mehr als genügend. Nicht alle Ziele sind auch Mitte Oktober noch in Betrieb, so sind einige Bergbahnen oder Wasserfallschluchten schon geschlossen gewesen. Über eine App kann man die Ziele kategorisiert nach Bergbahnen, Erlebnisbäder, Naturerlebnisse, Panoramastraßen, Schifffahrten etc. durchsuchen und so den Tag perfekt planen.

Tag 1: Mittwoch

Die Fahrt von Gelnhausen nach Villach über Nürnberg, München und Salzburg war bei dem super Wetter, auf 110 km/h eingestelltem Tempomat trotz der etwa 700 km ein reines Vergnügen, denn sobald man in die Alpen kommt ist die Fahrt bereits Genuß für die Augen. Für die Strecke haben wir trotz zweier Pausen und dem gemütlichen Tempo nur von 7:30 Uhr bis 15:00 Uhr gebraucht. Nach der Ankunft lag unser Zimmerschlüssel bereits auf dem Tresen der Rezeption. Mit weniger als 15 Minuten Fahrzeit ist man von Annenheim in Villach. Wir sind vom Bahnhof in Villach in die Altstadt geschlendert und haben dort etwas gegessen und anschließend die Stadt noch ein wenig erlaufen. Am Abend noch ein gemütlicher Spaziergang am Ufer des Ossiacher Sees, der auf dieser Seite durch die direkte Bebauung am See nicht immer sichtbar war, denn an den Bergseen in Österreich gibt es viele Privat-Grundstücke mit Boots- und Badehäusern, Hotels und private Häuser, die einen eigenen Zugang zum See haben. Ein schönes Privilieg wenn man dort wohnt.

Tag 2: Donnerstag

Fahrt über die gewundenen Straßen in die Berge Richtung Bad Bleiberg. Wir haben lecker zu Mittag gegessen im Vins Vegan in Feistritz an der Drau.

Die sehr netten Inhaber vom Vins Vegan haben uns empfohlen den etwa eine halbe Stunde entfernten Weißensee zu besuchen, einen der höchst gelegenen Alpen-Badeseen. Die Empfehlung war ein Volltreffer. Allein die Fahrt von Feistritz an den Weißensee ist genial. In den USA werden solche Strecken völlig zu Recht als „senic roads“ bezeichnet. Der Weißensee mit seinem grünen Wasser und seinen überwiegend unbebauten Ufern hat etwas Unwirkliches und Magisches. Wir haben nur eine Handvoll Menschen getroffen, d.h. wir hatten den See fast für uns allein. Die Ruhe, die Luft, das Wasser sind absolut entspannend.

Man kann den See zu Fuß umlaufen und hat bei dem Spaziergang immer wieder fantastische Ausblicke aufs Wasser und Berge. Und die Oktober-Sonne hat natürlich ihren Anteil dazu beigetragen.

Weitere Eindrücke vom Weißensee

Tag 3: Freitag

Der Pyramidenkogel Aussichtsturm ist eines der Top-Highlights Kärntens. Der Aussichtsturm ist wurde 2013 auf dem 851 m hohen Pyramidenkogel südlich vom Wörthersee neu gebaut. Mit seinen 100 Metern Höhe ist der Aussichtsturm der höchste aus Holz errichtete Aussichtsturm der Welt. Modernes Design und ein ultraschneller Aufzug.

Aussichtsturm Pyramidenkogel

Das Panorama von den Aussichtsplattformen oben ist autemberaubend, der Wörthersee mit Maria Wörth und der bekannten Wallfahrtskirche und ins Keutschacher Seental . Statt mit dem Aufzug wieder abwärts zu fahren besteht die Möglichkeit (gegen Aufpreis) über eine Rutsche in 21 Sekunden nach unten zu sausen. Mit der Kärnten Card kann man einmal täglich nach oben.

Aussicht vom Pyramidenkogel nach Maria Wörth am Wörthersee in Kärnten

Der Faaker See in der Nähe von Villach ist ein weiterer der vielen Bergseen, der einen Besuch Wert ist.

Faaker See

Faaker See

Eine schöne körperliche Herausforderung war der Besuch der Tscheppaschlucht in den Karawanken bei Ferlach etwa 17 km von Klagenfurt entfernt. Auf Wanderwegen, Stegen, über Brücken und zahlreiche Treppen kann man beim Durchqueren eindrucksvoll die Urgewalt des wilden Wassers spüren. Höhepunkt der Wanderung ist der Tschaukofall mit dem Felsentor und der Teufelsbrücke.

Tscheppaschlucht

Das Erlaufen dieses Naturschauspiels hat etwa 3,5 Stunden in Anspruch genommen und gehört auf jeden Fall zu unseren Top-Zielen in Kärnten.

Tscheppaschlucht

Nach dem Besuch der Tscheppaschlucht ging es dann noch nach Klagenfurt am Wörthersee zu einer kleinen Erkundung und zum Abendessen.

Klagenfurt am Wörthersee

Tag 4: Samstag

Slowenien ist ein kleines Land das direkt an Österreich grenzt und die Hauptattraktionen wie der Lake Bled, der Lake Bohinj und die Landeshauptstadt Ljubljna sind nicht mehr als 1 Stunde Autofahrt entfernt.

Den Lake Bled mit seiner malerischen Insel und der Marienkirche darauf kann man am besten von der Burg Bled bewundern. Der Lake Bled ist die meistbesuchte Attraktion des Landes.

Lake Bled Slovenien

Bled Castle

Bled Castle

Vom Bled Lake nach Ljubljana sind es nur 45 Minuten. Ljubljana ist eine Westentaschen-Stadt, den Hauptkern und die Altstadt kann man problemlos zu Fuß erlaufen. Wir waren an einem Samstag da und waren beeindruckt von der reichhaltigen Auswahl an frischem Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt. Die Stadt ist nur eine Stunde vom Mittelmeer entfernt und das spürt man auf den Gassen und Plätzen der Stadt mit seinen unzähligen Bars, Cafes und Restaurants und den zahlreichen Sitzplätzen am Flußufer und in den Seitengassen.

Ljubljana

Ljubljana

Auf dem Rückweg von Ljubljana sind wir zum Lake Bohinj gefahren, dem größten See Sloweniens.

Lake Bohinj

Nur 10 km entfernt vom Bohinj-See befindet sich der Savica Wasserfall, etwa 20 Minuten Fussmarsch vom Parkplatz entfernt und man kann diesen Ausblick genießen.

Savica Wasserfall

Savica Wasserfall

Tag 4: Sonntag

Am Sonntag sind wir noch zur Burg Landskron gefahren, diese liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Ossiacher Sees nur fünf Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Von der Burgruine hat man nicht nur einen Ausblick auf den Ossiacher See, sondern dort ist auch die Adler-Flugshow und der Affenberg untergebracht. Beide Attraktionen sind im Rahmen der Kärnten Card im Preis enthalten. Leider war um 9 Uhr die Burg noch in den Morgennebel gehüllt, so daß wir keinen Ausblick ins Tal und zum See hatten, aber die Stimmung einer in Wolken eingehüllten Burg am frühen Morgen hat auch einen ganz besonderen Reiz.

Burg Landskron

Burg Landskron

Burg Landskron

Da wir bei unserer ersten Nutzung der Gerlitzen-Bergbahn etwas zu spät hochfgefahren waren wollten wir bevor wir nach Lienz in Osttirol weiterfahren noch Mal auf die Gerlitzen (1.911 m) und den Ausblick über die Region Villach und diesen wunderschönen Flecken Kärnten genießen.

Gerlitzen (Nockberge) Gerlitzen (Nockberge) Gerlitzen (Nockberge) Gerlitzen (Nockberge) Gerlitzen (Nockberge) Gerlitzen (Nockberge)

Nach dem Abgang ging es von Annenheim zu unserer nächsten Unterkunft nach Lienz in Osttirol. Unsere zweite Unterkunft waren die Luxor City Appartments, die direkt in der Altstadt von Lienz liegen in einem Innenhof der Fußgängerzone, also absolut zentrale Toplage und auch sehr leise. Das Appartment würde einen eigenen Blogpost verdienen, es war das modernste Appartment in dem wir je gewohnt haben. Hier meine Bewertung, die ich vergeben habe:

„Dieses Appartment ist was die Einrichtung, Lage, moderne Ausstattung, Gemütlichkeit, Komfort, Sauberkeit, Unkompliziertheit und Freundlichkeit das Beste was wir jemals hatten und wir sind schon ein wenig in der Welt herumgekommen, mir fällt ganz ehrlich kein Vorschlag ein wie man hier noch etwas besser machen könnte, wir kommen sicherlich wieder an diesen wunderschönen Ort. Wer gerade dabei ist seine Wohnung oder sein Haus zu modernisieren oder schöner einzurichten wird hier unzählige Anregungen finden.“

Luxor City Appartments, Lienz osttirol

Als Zwischenstation wollten wir die Galitzenklamm besichtigen, die hatte aber leider geschlossen, so dass wir dann eine kleine Wanderung unernommen haben entlang des Radwegs und den Goaß Steig hoch um wieder Mal den ultimativen Panormablick zu bekommen.

Goaß Steig bei Lienz

Goaß Steig bei Lienz

Anschließend haben wir noch den Tristacher See besucht und abends die Altstadt von Lienz erkundet.

Lienz Osttirol

Tag 5: Montag

Die Großglockner Hochalpenstraße ist aus gutem Grund eine der bekanntesten Panorma-Straßen in den Alpen und bietet autemberaubende Ausblicke auf unzählige Dreitausender. Entlang der 48 km langen Strecke sind zahlreiche Haltebuchten, Parkplätze, Ausstellungen und Restaurants. Für die Großglockner Hochalpenstraße sollte man einen gesamten Tag einplanen, die Zeit vergeht wie im Flug. Die Panormastraße liegt zwischen dem Bundesland Kärnten und Salzburg. Denken Sie daran an der Mautstelle Ihre

Großglockner Hochalpenstraße

Weitere Bilder Großglockner Hochalpenstraße

Tag 6: Dienstag

Am Dienstag ging es vom Lienz in einer etwa einstündigen Fahrt zum Mölltaler Gletscher. Die Fahrt mit dem Gletscher-Express zum Eissee und Panorama-Restaurant auf 2.800 m Seehöhe ist in der Kärnten Card inkludiert. An den Autokennzeichen auf dem Parkplatz merkt man, dass hier die Profisportler trainieren, Kennzeichen aus nahezu allen europäischen Ländern, sehr viele junge Menschen, aber auch sportliche 80-Jährige, die in voller Ski-Montur das Skifahren bei herrlichem Sonnenschein im Oktober praktizieren.

Mölltaler Gletscher

Nach dem Besuch des Mölltaler Gletschers wollten wir noch die Raggaschlucht besuchen. Die Raggaschlucht ist eine der schönsten Naturschluchten in den Alpen. Laut Kärnten Card sollte sie bis zum 26.10. geöffnet sein, aber es wurde dann kurzfristig in der App angezeigt das sie leider geschlossen hat. Sehr schade, aber auch ein weiterer Grund wiederzukommen.

Weitere Eindrücke vom Gletscher findest Du hier.

Tag 7: Mittwoch (letzter Tag)

Rückfahrt über den Felbertauerntunnel mit Halbtages-Stop in Kitzbühel

In Kitzbühel sind wir mit der Hahnenkammbahn auf den Gipfel um Kitzbühel und das Kitzbüheler Bergpanorama mit dem Wilden Kaiser zu bestaunen.

Kitzbühel

Weitere Bilder aus Kitzbühel

Die 7 Tage in Österreich und Slowenien im Oktober haben wir unglaublich genossen. Natur, Seen, Wasserfälle, Berge, Täler, Ausblicke, Ruhe, Bewegung in einer perfekten Harmonie. Jeder kann seinen eigenen Schwerpunkt setzen, sei es mehr Natur oder mehr Kultur, es wird niemand unzufrieden auf einen Urlaub an diesen wunderbaren Orten zurückblicken, davon sind wir überzeugt.

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