16-Tage-Reise Süd-Toskana, Venedig, Nationalpark Gesäuse

Unsere erste Reise sollte uns nach Italien bringen. Wir waren erstaunt was man in 16 Tagen alles sehen kann. Nach unserer langen Urlaubsabstinenz und starken Eingebundenheit als Selbständige laufen wir auch im Urlaub auf Hochtouren. Vielleicht hat es aber auch mit dem Charakter zu tun, ob man lieber 14 Tage an einem festen Ferienort den Tag mit einem Buch am Strand und mit Ausschlafen verbringt. Wir sind auf jeden Fall eher die unruhigen und aktiven Gesellen. Unsere Reise vom 13.- 29.06.2017 führte uns durch die Länder Deutschland (klar), Schweiz, Italien und auf dem Rückweg durch Österreich.

13.06.2017 – Gelnhausen – Locarno (624 km)

Anfahrt von Gelnhausen nach Locarno am Lago die Locarno in der Schweiz. Da wir nicht 1.200 km an einem Tag fahren wollten haben wir als Zwischen-Etappe einen Stop in der Schweiz am wunderschönen Lago die Locarno eingelegt. Gewohnt haben wir in der Pensione Olanda.

Pensione Olanda in Locarno / Schweiz

Mehr Infos zu unserem halben Tag am Lago die Locarno

14.06.2017 Locarno – Roccastrada/Piloni (513 km) – unsere Unterkunft für eine Woche

Nach dem Frühstück Weiterfahrt zum eigentlichen Ziel. Wir hatten über Airbnb eine Ferienwohnung gemietet. Der Gastgeber ein älteres Ehepaar haben sich rührend um uns gekümmert und uns direkt am Ankunfstag per WhatsApp mit Tipps für die nähere Umgebeung versorgt. Die Unterkunft hat mit 34 € pro Nacht eigentlich nicht mehr als eine Nacht in der Jugendherberge gekostet. Die Wohnung besteht aus einer Wohnküche, dem Schlafzimmer und einem kleinen Bad und liegt im ausgebauten Keller, der sich an heißen Tagen als effektive natürliche Klimaanlage herausgestellt hat. Die Wohnung liegt in Piloni, einem 150-Einwohner-Dörfchen in den toskanischen Bergen. Der Ort ist schon etwas abgelegen, einen größeren Supermarkt (meist coop) findet man in ca. 13 km Entfernung entweder südlich in Roccastrada oder nördlich in Moticiano. Zur Unterkunft gehört ein schöner Obst- und Gemüsegarten, der von den Gästen benutzt werden darf mit einem tollen Ausblick auf einen Olivenhain und die umliegenden Berge. Unser Gastgeber Raf hat uns Aprikosen, Salat und Zuchhini aus seinem Garten geschenkt 🙂

Unsere Airbnb Unterkunft bei Raf und Lila in Piloni/Roccastrada/Toskana/Italien

Unterkunft bei Airbnb ansehen. Tip: Unser Navigationssystem hatte die Straße nicht im System, die Einheimischen kannten die Straße auch nicht. Entweder Mal die Straße „Via della Fontana“ probieren oder wer Google Maps nutzt: 8FMH3592+7G. Wenn Du Deine erste Übernachtung mit Airbnb buchen möchtest kannst Du über Buchung über diesen Link 35 € sparen.

15.06.2017 – Umgebung erkunden und Strand von Scarlino

Riserva Naturale Scarlino

16.06.2017 – Abbazia San Galgano und Siena

Eines der Highlights der Süd-Toskana ist die Klosteranlage (Ruine) San Galgano. San Galgano war nur 21 km entfernt und ist ein sehr sehenswerter und mystischer Ort, den wir während unseres Aufenthalts drei Mal besucht haben. Details zu San Galgano.

Abbazia San Galgano

Nach dem Besuch stand dann noch Siena auf unserer Liste. Siena ist neben Florenz und Pisa die schönste große Stadt der Toskana. Eine typische Toskana-Stadt mit dem Wahrzeichen, dem bekannten Dom von Siena (ital. Cattedrale di Santa Maria Assunta). Es gibt schöne kleine Geschäfte, unzählige Bars, Eisdielen (sogar eine mit veganem Bio-Eis auf Basis von Mandelmilch – Bio & Chocolate in der Via de Pantaneto 73) und Restaurants und natürlich an jeder Ecke eine wunderbare Aussicht auf die historischen Gebäude.

Siena

17.06.2017 – Insel Elba

Es fahren regelmässig Fährschiffe und Schnellboote von der Hafenstadt Piombino nach Elba. Einfach in Pimobino der Ausschilderung „Hafen und Elba“ folgen und dann auf einem Parkplatz das Auto abstellen und im Hafenterminal ein Ticket für die Überfahrt kaufen (62 € für 2 Personen für die Hin- und Rückfahrt). Obwohl Elba nur 10 km entfernt vom toskanischen Festland liegt dauert die Überfahrt mit der Autofähre eine gute Stunde. Nach der Ankunft haben wir in einem Strand-Restaurant zu Mittag gegessen und anschließend die Festung bestiegen von der man einen atemberaubenden Blick hat auf die Hauptstadt Portoferraio, den Hafen und das Meer hat. Die vielleicht wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Villa San Martino, dem zeitweiligen Wohnsitz von Napoleon Bonaparte. Die nach Sizilien und Sardinien drittgrößte Insel Italiens gehört sicher in die Top-5-Highlights der Süd-Toskana.

Insel Elba - Fähre von Piombino nach Portoferreira
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18.06.2016 – Grosseto

An einem Sonntag haben wir Grosseto besucht, der historische Stadtkern ist von einer massiven Mauer umgeben. Den Stadtkern kann man zu Fuß sehr schnell erkunden. Am Sonntag war Grosseto etwas verschlafen, selbst schöne Restaurants am Hauptplatz waren geschlossen. Für alle, die gerne im Ausland die Supermärkte erkunden ist der ipercoop eine Erwähnung wert. Er ist in der Stadt gut ausgeschildert und befindet sich etwas außerhalb. Ein sehr schönes Einkaufszentrum mit mehreren Ess-Gelegenheiten, Geschäften und einem sehr gut sortierten Supermarkt.

Grosseto

19.06.2017 – Naturpark Maremma

Der Parco Regionale della Maremma gehört wie die Insel Elba zu den Top-5-Highlights der Süd-Toskana.

Details zu einer geführten Wanderung durch den Naturpark Maremma und den wilden Stränden.

20.06.2017 – Massa Marittima

Der Name Massa Marittima läßt vielleicht vermuten, dass es sich um einen Ort an der Küste handelt. Dem ist nicht so, die auf einem Berg wie ein Adlerhorst thronende Stadt liegt etwa 20 km vom Meer entfernt und man genießt einen wunderbaren Blick weit in eine toskanische Bilderbuch-Landschaft. Das Städtchen lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Es gibt eine Festung, eine Kathedrale und schnuckelige Altstadt-Gassen mit kleinen Geschäften und Restaurants. Es herrscht eine im Gegensatz zu Siena oder Florenz absolut entspannte Atmosphäre. Massa Marittima ist für uns die schönste kleine Stadt in der Süd-Toskana und ein idealer Ort als Station für die nächste Toskana-Reise.

21.06.2017 – Wilder Strand Marina di Alberese

siehe bitte unser Erfahrungsbericht Naturpark Maremma

22.06.2017 – Montalcino und die Klöster Abbazia di Sant’Antimo und Monte Oliveto Maggiore

Die Stadt Montalcino ist die Hauptstadt des weltbekannten Brunello-Weins. Montalcino ist mit etwa 5.000 Einwohnern ein kleines Toskana-Städtchen, hat aber wie Massa Marittima viel zu bieten. Es ist ein Pilgerort für Weinkenner und deswegen gibt es hier gefühlt wohl die größte Dichte an Weinbars und Weinproben pro Einwohner weltweit 😉

In der Nähe von Montalcino befinden sich zwei Klöster, die Abbazia Sant’Antimo, in der es laut unserem Vermieter nach aber keine Mönche mehr gibt und das Kloster Monte Oliveto Maggiore in dem Mönche leben und beten.

Besonders gefallen hat uns Monte Oliveto Maggiore. Die Abtei liegt in der Crete, einem besonders kargen Landstrich der Toskana, die Abtei selber liegt aber inmitten eines jahrhundertealten mittelmeertypischen Waldes. Die Abtei öffnet nachmittags um 15.15 Uhr ihre Pforten für Besucher und um 15.30 Uhr hatten wir das Glück einer Messe der Mönche beizuwohnen, die Gesänge in den alten Gemäuern versetzen einen automatisch in andere Zeiten, ein wirklich besonderes Erlebnis. Das Kloster ist vor allem wegen seinem mit Fresken bemalten Kreuzgang berühmt.

Nachfolgend Eindrücke vom Kloster Sant’Antimo

und hier noch aus Monte Oliveto Maggiore

23.06.2017 – Roccastrada / Piloni nach Villa Foscarini in Venetien (394 km)

Wir verlassen die Toskana Richtung Venetien um den Sehnsuchtsort Venedig zu besuchen, bei mir zum dritten Mal, bei Judith zum zweiten Mal. Alle x Jahre packt einen die Sehnsucht nach dieser wohl außergewöhnlichsten Stadt der Welt. Über SecretEscapes (79 €/Nacht) haben wir drei Nächte in der Villa Foscarini gebucht. Bei der Ankuft erfuhren wir dann, dass wir nicht das Standard-Doppelzimmer bekommen, sondern die Marco-Polo-Suite! Die Suite ist (ich habe es nicht nachgemessen) gefühlte 60 m2 groß. Sie liegt unter dem Dach, also im Sommer kann es trotz der Klimaanlage ziemlich warm da oben werden.

Hier ein paar Bilder von der Suite

und vom Hotel und der Anlage

Die Villa Foscarini liegt im Hinterland. Zum Flughafen in Venedig von wo aus wir mit dem Bus zum Piazzale Roma gefahren sind benötigt man etwa 45 Minuten über die Autobahn. Damit ist die Villa ein guter Ausgangsort für Venedig-Besucher. Vom Aeroporto Venedig fahren Buse und Wassertaxis nach Venedig. Die Wassertaxis fahren einen natürlich direkt nach Venedig, sind aber mit 100-150 € je Fahrt (bis zu 10 Leute) relativ teuer. Wenn man nicht in einer Gruppe reist oder mit viel Gepäck in einem Hotel in Venedig einchecken möchte nicht unbedingt empfehlenswert. Am Flughafen kann man das Auto für etwa 8-10 € parken und die Busfahrt hin und zurück liegt bei etwa 30 € für 2 Personen. Der Bus fährt bis zur Endstation Piazzale Roma an der man dann über Brücken die im Meer liegende Seite Venedigs betritt. Zur weltbekannten Rialto-Brücke sind es bei gemütlichem Gang etwa 20 Minuten, der Weg ist dank der Ausschilderung leicht zu finden. Von der Rialto-Brücke zum Markusplatz sind es noch Mal 20 Minuten. Die Stadt mit ihren verwinkelten Gässchen ist gut zu Fuß zu erlaufen, allerdings kann es vorkommen, dass man sich Mal verläuft. Hier ist die Google Maps App auf dem Smartphone ein wertvoller Helfer, auch wenn das GPS-Signal in den engen und hohen Hausschluchten nicht immer leicht zu bekommen ist. Venedig hat einfach einen unvergleichlichen Charme. Hinter den Fenstern wohnen Menschen, deren Stadt täglich von 60.000- 70.000 Tagestouristen bevölkert wird. Dazu kommen noch etwa zwei riesige Kreuzfahrtschiffe, die hier täglich mit mehreren tausend Touristen einfahren und am Canale Grande anlegen. Die Immobilien sind aufgrund des Venedig-Hypes für Venezianer unerschwinglich geworden. Für ein Einzimmer-Appartment zahlt man locker 500.000 €, größere Appartments mit Blick auf den Canale Grande sind meherer Millionen € teuer. Die Beliebtheit hat die Schattenseite, dass die Venezianer die Mieten häufig nicht mehr zahlen können, weil viele Hausbesitzer lukraktiver tageweise über Airbnb ihre Zimmer und Wohnungen anbieten anstatt an Einheimische zu vermieten. Die großen Kreuzfahrtschiffe beschädigen laut den „No Grandi Navi„-Aktivisten die ohnehin anfällige Bausubstanz der Kanäle und Häuser. Deswegen werden immer häufiger – besonders von jungen Venezianern – Beschränkungen der Touristenströme gefordert oder zumindest eine bessere Verteilung der Menschenmassen innerhalb der Stadt. Ich denke, dass dies auch nötig ist damit dieser besondere Ort nicht zu einer Disneyworld verkommt. Wir sind auf jeden Fall vom Piazzale Roma über die Rialto-Brücke zum Markusplatz gelaufen und haben unterwegs die Atmosphäre in den Gassen genossen. Der Markusplatz ist erfahrungsgemäß der am meisten überlaufene Ort, deswegen haben wir uns den vermutlich schönsten Sitzplatz Venedigs ausgesucht, einen Tisch auf der Terasse des 5*-Hotels Monaco direkt am Canal Grande Ecke Markusplatz. Wir haben hier 2,5 Stunden Venedig pur beobachtet. Die Kellner in ihren weißen Anzügen, die mit dem Wassertaxi an- und abreisenden Gäste des Hotels, der Anlegeplatz für das Wassertaxi war direkt vor unserer Nase, die Hauptanlegestelle der Gondolieri, die wie Bienen im Minutentakt auf das schaukelnde Wasser paddeln, die vorbeifahrenden Vaporettos (so heißen die Wasser-Busse in Venedig), riesige Kreuzfahrtschiffe, die in den Canale Grande einfahren. Wir haben für 40 € eine Flasche Wasser, einen Fruit Punsch und zwei frisch gepresste Säfte genossen, aber selbst beim doppelten Preis wäre der Sitzplatz jeden Cent wert gewesen. Für den nächsten Venedig-Besuch würde ich 1-2 Nächte in Venedig buchen, damit man in den frühen Morgenstunden und am Abend, wenn die Tagestouristen abgereist sind, die Stadt in Ruhe erkunden kann wenn sie noch etwas stiller ist. Alles ist allem ist Venedig aber immer wieder ein Erlebnis Wert.

25.06.2017 – Triest an der Grenze zu Slowenien

Die Stadt Triest ist für ihren etwas chaotischen Verkehr bekannt, auch die Parkplatzsituation ist angespannt, deswegen empfiehlt es sich ein Parkhaus anzufahren, hier steht das Auto sicher(er) als in den Straßen der Stadt.

Navigationssystem einstellen auf Via della Pietà, 7, 34129 Trieste, Italien, von hier etwa 950 m und 15 Minuten zu Fuß zum Zentrum und Hauptplatz der Stadt, der Piazza dell’Unità d’Italia laufen

190 m von der Piazza unbedingt Gelato Marco besuchen, sehr leckeres Eis, auch vegan (Gelateria Marco, Via Malcanton, 16, 34100 Trieste, Italien)

Zu Mittag gegessen haben wir im Giardino Tergesteo (Piazza della Borsa, 14, 34121 Trieste).

Triest gilt übrigens als die Stadt in Italien mit der besten Lebensqualität.

Nur etwa 8 km entfernt vom Stadtzentrum liegt das Castello di Miramare, ein Schloss aus der Habsburger Zeit (Viale Miramare, 34151 Trieste, Italien)

26. -29.06.2017 – Venetien nach Admont im Nationalpark Gesäuse (383 km)

Wir verlassen Venetien in Richtung Österreich. Unser Ziel ist Admont im Nationalpark Gesäuse. Wir haben über Secret Escapes (man kann sich zum täglichen Newsletter anmelden) das 4*-Sterne-Hotel Spiridom in Admont gebucht für 95 € pro Nacht. Admont ist das Tor zum Nationalpark Gesäuse und zu weiteren Attraktionen wie der Wasserlochklamm.

Spiridom über SecretEscapes

 

Jetzt zum Nationalpark Gesäuse Erlebnisbericht und Video

29.06.2017 – Admont – Gelnhausen (619 km)

Von Admont ging es wieder nach Hause in den schönen und grünen Spessart. Ab der deutsch-österreichischen Grenze schlägt das Wetter um, bis Würzburg durchgängiger Platzregen, Baustellen, überholende LKWs…

Wir hoffen Dir ein paar Anregungen und Tipps gegeben zu haben. Du kannst die Reise oder Teile davon in eigenem Tempo machen.

Auch Reisen will gelernt sein, diese Reise hat uns gezeigt, worauf es uns unterwegs ankommt und welche Art Urlaub wir bevorzugen.

Was sind Deine Toskana-Highlights? Wir freuen uns über Deine Kommentare und Tipps.

Bis dahin: Viel Spaß und Abenteuer auf Deinen Trips!

 

 

 

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